Tariferhöhung

Taxifahren in Berlin soll teurer werden

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Taxifahrten werden in Berlin teurer

Die Berliner Taxiinnung und Taxi Deutschland erarbeiten zur Zeit Vorschläge für eine Tariferhöhung. Neben einer geplanten Anhebung des Preises pro Kilometer von 1,28 Euro auf 1,40 Euro gibt es ein weiteres Ärgernis für die Kunden. Die Kurzstrecke soll abgeschafft werden.

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Nach zwei Jahren sollen in der Hauptstadt erstmals wieder die Preise für Taxifahrten steigen. Zuschläge für Nacht- und Sonntagsfahrten sind geplant sowie das Ende der beliebten Kurzstrecke. Doch das Vorhaben ist in der Branche umstritten.

Erstmals seit zwei Jahren sollen in Berlin die Preise für Taxifahrten wieder steigen. Nach der neuen Tarifstruktur, die der Verband Taxi Deutschland (TD) und die Innung des Berliner Taxigewerbes erarbeitet haben, soll sich der Fahrpreis durchschnittlich um rund zehn Prozent erhöhen. „Das ist zwar viel, aber es wurde über Jahre versäumt, regelmäßige Preisanpassungen vorzunehmen“, begründet Stephan Berndt, Vorsitzender des TD-Landesverbandes Berlin.

Besonders preistreibend wirkt sich die Wiedereinführung der vor zehn Jahren abgeschafften Zuschläge für Nacht- und Sonntagsfahrten aus. Während der Kunde aktuell unabhängig von Wochentag und Uhrzeit in Berlin 3,20 Euro Grundgebühr zahlt und die ersten sieben Kilometer jeweils 1,65 Euro kosten, wird nunmehr ein Aufschlag von 10 Cent je Kilometer für Sonntags- und Fahrten zwischen 22 und 6 Uhr verlangt. Ab dem 11. Kilometer müssen noch 1,45 Euro gezahlt werden.

Die Preise für Fahrten an den Wochentagen und am Tag sollen dagegen für die ersten Kilometer unverändert bleiben. Teurer wird es auf langen Strecken. Wurden vorher ab dem achten Kilometer 1,28 Euro verlangt, soll künftig erst ab dem elften Kilometer ein Preisnachlass gewährt werden: Dann sind 1,40 Euro fällig. „Für die meisten Fahrgäste ändert sich dadurch nichts, denn die durchschnittliche Taxifahrt beträgt in Berlin rund sieben Kilometer“, sagt Uwe Gawehn, Vorsitzender der Taxi-Innung. Insofern sei die Preisanpassung moderat. Treibstoff-, Kfz-Versicherung, Reparatur und Anschaffungskosten hätten schließlich dazu geführt, dass die Taxiunternehmer rund 15 Prozent höhere Ausgaben schultern müssten.

Weitere Neuerung: Der Kurzstreckentarif (vier Euro für zwei Kilometer) soll entfallen. Noch ist in Berlin zudem ein Stopp von bis zu einer Minute, zum Beispiel im Stau, für den Fahrgast gratis. Künftig sollen bereits nach einer halben Minute 20 Cent fällig werden.

Mitte November, so Gawehn, wolle man den Tarifantrag bei der Genehmigungsbehörde, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, einreichen. Sollte diese grünes Licht geben, könnten die neuen Tarife ab Februar 2012 gelten. Gawehn hofft dafür auf eine Einigung auch mit dem dritten Branchenvertreter, dem Taxi Verband Berlin (TVB). Der steht den Plänen bislang kritisch gegenüber. „Wir gehen davon aus, dass wir die Senatsverwaltung mit unseren Argumenten überzeugen können. Schließlich vertreten wir die Mehrheit der Berliner Taxiunternehmer.“

( ij )