Umzug

Eisbär Troll muss Berliner Zoo wieder verlassen

Die Berliner Eisbärinnen Tosca und Nancy leben wieder ohne Männchen Troll im Zoo. Die beiden Damen hatten sich zu heftig um seine Gunst gestritten. Deshalb musste der Eisbär zurück in den Tierpark. Nun soll er hier für Nachwuchs sorgen.

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Niedliche Eisbärbabys wie Knut wird es bis auf Weiteres im Berliner Zoo nicht mehr geben. Eisbär-Mann Troll wurde auf Anweisung eines Tierarztes zurück in den Tierpark gebracht, wie Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz am Mittwoch bestätigte. Die beiden Eisbärweibchen des Zoos hatten sich mehrfach angegriffen, seit Troll in ihrem Gehege untergebracht war. Nun sollen sie ohne Mann leben, sagte Blaszkiewitz.

„Das ist nicht mein Wille, aber das ist durch die Geschichte so gekommen“, sagte der Direktor. Zuletzt hatten Tosca, die Mutter von Knut, und das Eisbärenweibchen Nancy sich so heftig gebissen, dass Blut floss. Besucher des Zoos hatten daraufhin besorgte Briefe an Blaszkiewitz geschrieben.

Überhastete Entscheidung

Über den Umzug wurde in der vergangenen Woche diskutiert. Der Bärenkurator des Zoos, Heiner Klös, hatte Bedenken gegen die Verlegung in den Tierpark geäußert, da das Verhalten der Eisbären nicht gefährlich, sondern normal gewesen sei. Die Entscheidung sei überhastet und ohne Fachkenntnis getroffen worden. „Troll hätte im Zoo bleiben können“, sagte er.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es für Berliner Eisbärfans aber noch: Troll hat auch im Tierpark eine Partnerin. Die Bärin Tonja soll in etwa zwei Jahren geschlechtsreif sein. Zoo-Direktor Blaszkiewitz ist zuversichtlich, dass es dann Nachwuchs gibt: „Das wird klappen.“

Dass sich Zoo-Besucher derzeit verstärkt mit dem Schicksal von Eisbären beschäftigen, liege auch an der Aufmerksamkeit, die er mittlerweile verstorbene Berliner Eisbären Knut erzeugt habe, sagte Kurator Klös. „Immer, wenn ein Tier personalisiert wird, führt das zu einer Fokussierung der Öffentlichkeit.“ Dann komme es auch dazu, dass sich Beobachter unbegründet Sorgen um die Tiere machen würden, wenn normales Raubtier-Verhalten als gefährliche Attacken missdeutet werde. Eisbär Knut kam im Dezember 2006 im Berliner Zoo zur Welt und rasch zu einem Publikumsliebling – weltweit.