Drama im Berliner Zoo

Löwe beißt Löwenbabys tot – Fehler des Pflegers

Das Unglück im Berliner Zoo spielte sich in Sekunden ab. Ein Pfleger öffnete den falschen Schieber, nämlich den, der zwei Löwenbabys vom 13-jährigen Männchen Paule trennte. Der sah die Kleinen und handelte sofort instinktiv.

Es war ein tragischer menschlicher Fehler: Ein Löwe hat im Berliner Zoo zwei Löwenbabys tot gebissen, weil ein Pfleger den falschen Schieber zwischen den Käfigen geöffnet hat. Die beiden fünf Monate alten Raubkatzen Iringa und Bomani waren ein Stück von den Eltern in der Laufanlage der fünf hintereinander liegenden Käfige entfernt, als das Unglück geschah, sagte der zuständige Kurator, Heiner Klös. Durch den falsch hochgezogenen Schieber gelangte das andere Löwenpaar Paule und Amira plötzlich in den Gang mit den Babys. In Sekundenschnelle habe der 13 Jahre alte Löwe die Jungtiere getötet.

„Das ist eine Instinkthandlung. Paule hat als Löwe absolut richtig gehandelt“, sagte der Kurator. „In freier Wildbahn leben Löwen in Rudeln, ein oder zwei Löwen mit Haremsgruppen zusammen. Wenn ein Löwe eine solche Gruppe übernimmt, ist das erste, was er macht, die Jungtiere totzubeißen“, sagte Klös.

Der Zoo sei betroffen über den Fehler des Pflegers. „Der zweite Pfleger hat bei Schichtbeginn am Morgen nicht geschaut, was sein Kollege gemacht hat. Er hat nicht nachgedacht und gepennt. Es war ein menschlicher Fehler“, so der Kurator. Als der erste Pfleger zurückgekommen sei, habe er durch einen gewagten Sprung über einen Zaun hin zu den Schaltern für die Schieber gerade noch verhindert, dass die erwachsenen Raubkatzen aufeinander losgingen.

„Das spielt sich in Sekunden ab“, sagte Klös. Es sei eine Instinkthandlung des ersten Pflegers gewesen, den Schieber wieder runterzulassen. „Ein guter Pfleger hat das, und das erwarten wir auch von unseren Pflegern“, sagte Klös.

Der betroffene Zoo-Mitarbeiter steht noch unter Schock. Sein Verhalten werde Konsequenzen haben, kündigte der Kurator an. Doch diese sollten nicht in Eile und unter Schock getroffen werden. Deswegen warte der Zoo mit dem Gespräch bis Anfang nächster Woche.

Der Berliner Zoo musste in den vergangenen beiden Jahre viele Unglücke und Tierdramen verkraften. Ende Mai hatte eine Giraffe einen neugeborenen Wasserbock tot getreten. Drei Tage davor starb plötzlich die zwei Jahre alte Elefanten-Mädchen Ko Raya an Elefantenherpes - wie eineinhalb Monate zuvor ihre Schwester Shaina Pali. Mitte März war urplötzlich der Star des Zoos, Eisbär Knut im Alter von vier Jahren, wegen einer virusbedingten Hirnentzündung tot umgefallen.