Leiche gefunden

Berliner gesteht Tötung seiner Ehefrau

Rund sechs Wochen nach ihrem Verschwinden ist das Schicksal einer 32 Jahre alten Frau geklärt. Ihr Ehemann hat sie getötet und in Berlin-Marzahn verscharrt. Die Polizei vermutet Eifersucht als Motiv.

Foto: Steffen Pletl

Bei den Ermittlungen zum Verschwinden der Kolumbianerin Julissa Andrea Javela Valencia sind die schlimmsten Befürchtungen wahr geworden. Polizeibeamte fanden die Leiche der 32-Jährigen am späten Freitagabend an der Böschung eines schmalen Industriekanals an der Boxberger Straße in Marzahn. Dort hatte der eigene Ehemann Helmut K. die tote Frau abgelegt. Der 47-Jährige war am Freitagvormittag unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden. Im Laufe der stundenlangen Befragungen hatte er ein Geständnis abgelegt und den Ermittlern der 3. Mordkommission schließlich den Fundort genannt. Gegen den mutmaßlichen Mörder ist am Sonnabendnachmittag von einem Ermittlungsrichter Haftbefehl erlassen worden.

Wie die Mutter zweier Jungen, fünf und neun Jahre alt, getötet wurde, darüber machte der mutmaßliche Täter bislang keine Angaben. Auch zum Motiv schweigt er nach Angaben eines Polizeisprechers bislang. Die Ermittler vermuten eine Eifersuchtstat. Aufschluss über die genaue Todesursache soll jetzt eine von der Staatsanwaltschaft angeordnete Obduktion der Leiche bringen. Mit einem Ergebnis wird Anfang der Woche gerechnet. Um die Kinder des Ehepaares kümmern sich derzeit Verwandte.

Die Kolumbianerin war Anfang Oktober 2011 vermisst gemeldet worden. Hinweise aus dem Bekanntenkreis des seit Monaten in Scheidung lebenden Ehepaares über häufige Auseinandersetzungen nährten dann den Verdacht, die 32-Jährige könne einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein. Verdächtigt wurde der Ehemann, der mit seiner Frau gemeinsam eine Firma betrieb. Am Freitag durchsuchten Ermittler der Mordkommission und Beamte der Spurensicherung seine Wohnung am Röttkenring in Neu-Hohenschönhausen und einen nahe gelegenen Betriebshof des Grünflächenamtes. Helmut K. selbst wurde am Vormittag festgenommen.

Hätte der Ehemann den Ermittlern der 3. Mordkommission nach langer und intensiver Befragung am Freitag nicht doch noch den Ort genannt, wo er seine tote Frau abgelegt hatte, wäre die 32-Jährige vermutlich nicht so schnell gefunden worden, sagte ein Beamter am Sonnabend. Die Leiche lag seinen Angaben zufolge versteckt unter einem Steg im Schilf an der Böschung des Abwasserkanals, die Stelle ist kaum einsehbar. Zudem verirrten sich nur selten Menschen in diese abgelegene Gegend, sagte der Ermittler weiter.

Bevor Anfang November die 3. Mordkommission den Fall übernahm, hatte die Vermisstenstelle des Landeskriminalamtes (LKA) wochenlang mit großem Aufwand nach Julissa Andrea Javela Valencia gesucht. Auch die kolumbianische Botschaft schaltete sich zwischenzeitlich in den mysteriösen Fall ein. Den festgenommenen Ehemann erwartet jetzt eine Anklage wegen Totschlags. Im Falle einer Verurteilung drohen Helmut K. bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe.