Prozess

Kirchen-Mitarbeiter bestreitet Sex-Übergriff

Ein Mitarbeiter einer freikirchlichen Beratungsstelle soll eine Hilfe suchende Frau sexuell genötigt haben. Vor Gericht bestreitet er die Tat – und sprach lediglich einer tröstenden Umarmung.

Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter einer freikirchlichen Beratungsstelle hat den Vorwurf der sexuellen Nötigung bestritten. Der 49-Jährige betonte am Montag in seinem Prozess vor dem Berliner Landgericht, er habe die Frau lediglich tröstend umarmt. Sie sei wegen Schulden und Problemen mit dem Jugendamt in einer verzweifelten Lage gewesen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem wegen Sexualdelikten vorbestraften Mann unter anderem vor, die Berlinerin an die Brust gegrabscht zu haben. Die Anklage geht davon aus, dass der Mann wegen seines Hangs zu erheblichen Straftaten gefährlich für die Allgemeinheit ist.

Die alleinerziehende Mutter hatte der Beratungsstelle der Kirche im Stadtteil Köpenick um Hilfe gebeten. Der Angeklagte wurde ihr für Behördengänge zur Seite gestellt.

Mit leiser Stimme beschuldigte die 30-Jährige den Betreuer eines sexuellen Übergriffs im Wohnzimmer ihrer Wohnung. Der Angeklagte habe sie zu sich auf die Couch gezerrt und an der nackten Brust angefasst. Sie habe sich gewehrt. „Ich soll mich nicht so haben“, habe der Angeklagte daraufhin verlangt.

Nach Aussagen der 30-Jährigen hatte sie der Angeklagte am 17. Oktober 2010 vor ihrem Wohnhaus abgepasst. Er habe ihr angedroht, das Jugendamt würde ihr die Kinder wegnehmen. Er habe sie damit eingeschüchtert, dass das Arbeitsamt sie wegen zu hoher Zahlungen anzeigen würde.

Die noch sehr jung wirkende Mutter von drei Söhnen und einer Tochter im Alter von fünf bis neun Jahren hatte eigenen Angaben nach Angst vor dem Betreuer. An jenem Tag habe der 49-Jährige zu ihr gesagt, sie sei sein Besitz, sie solle tun, was er sagt.