Prozess in Moabit

Großvater bestreitet Missbrauch seiner Enkelin

Wegen sexueller Übergriffe auf seine Enkelin muss sich ein 73-jähriger Mann vor Gericht verantworten. Dem Rentner wird vorgeworfen, sich von April 2004 bis Januar 2006 an seiner anfangs 13 Jahre alten Enkelin insgesamt elf Mal vergangen zu haben. Er bestreitet die Taten.

Wegen sexueller Übergriffe auf seine Enkelin muss sich seit Donnerstag ein 73-jähriger Mann in Berlin vor Gericht verantworten. Der Rentner soll sich von April 2004 bis Januar 2006 in elf Fällen an seiner anfangs 13-jährigen Enkelin vergangen haben. Dabei soll es auch zu Vergewaltigungen des Mädchens gekommen sein. Der Anklage zufolge fanden die Übergriffe in der Schöneberger Wohnung des Angeklagten, auf seinem Motorboot und in der Wohnung eines Bekannten in Treptow statt.

Zu Prozessbeginn erklärte der Vorsitzende Richter, dass „dieses Verfahren nach der bisherigen Aktenlage nicht zu Unrecht eröffnet“ worden sei. Er forderte den Rentner auf, im Falle seiner Schuld ein Geständnis abzulegen. Er könne dann mit einer Strafe von rund drei Jahren Haft rechnen. Sollte jedoch ohne Geständnis seine Schuld nachgewiesen werden, kämen mindestens vier Jahre in Betracht.

Der Rentner bestritt jedoch auch weiterhin die Vorwürfe. Seiner Aussage zufolge hätten er und seine inzwischen verstorbene Frau sich rührend um das Enkelkind gekümmert. Sie hätten dem Mädchen Kleidung gekauft, das Kind mit auf Urlaubsreisen genommen und ihm auch wöchentlich ein Taschengeld von 15 bis 25 Euro zukommen lassen. 2006 sei es jedoch zu einem Zerwürfnis mit der Tochter gekommen. Seitdem habe er zur Tochter und zur Enkelin keinen Kontakt mehr gehabt. Er vermute, so der Angeklagte, dass die 2007 gegen ihn erfolgte Anzeige ein Resultat dieses Streits sei.

Am 1. November wird das Mädchen als Zeugin erscheinen.