Mögliche Eifersuchtstat

Ehefrau erschossen - Trabrennfahrer in U-Haft

Möglicherweise hat der bekannte Berliner Trabrennfahrer Bernd W. seine Ehefrau aus Eifersucht erschossen. Aus dem Bekanntenkreis des Ehepaares hieß es, die 36-Jährige habe sich von ihrem 27 Jahre älteren Ehemann trennen wollen. Der sitzt jetzt in U-Haft.

Foto: Steffen Pletl

Nach den tödlichen Schüssen auf seine Ehefrau muss der mutmaßliche Schütze in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter hat am Dienstag gegen den bekannten Trabrennfahrer Bernd W. Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Bernd W. hatte am frühern Montagmorgen die Polizei angerufen und gesagt, er habe seine Frau erschossen. Polizisten fanden die Leiche der 36 Jahre alten Nuk W. im Schlafzimmer.

Schon bei der ersten Vernehmung, nachdem er sich zwei Stunden später selber gestellt hatte, gestand Bernd W., seine Frau erschossen zu haben. Doch das Motiv des 63-Jährigen gibt den Ermittlern der 3. Mordkommission immer noch Rätsel auf. Zwar habe der Mann sich geäußert, vieles bleibe aber noch unklar, sagte ein Justizsprecher.

Nach Informationen von Morgenpost Online gibt es Hinweise auf eine Eifersuchtstat hin. Aus dem Bekanntenkreis des Ehepaares hieß es, die 36-Jährige habe sich von ihrem 27 Jahre älteren Ehemann trennen wollen. Man habe seit langem gemerkt, dass es in der Ehe von Bernd und Nuk W. massive Probleme gab, sagte ein Kollege aus der Trabrennszene. Nach der Heirat vor drei Jahren habe sich Bernd W. zunächst bei jeder Gelegenheit stolz in Begleitung seiner attraktiven jungen Frau gezeigt. „Er hat sie fast präsentiert wie eine Trophäe“, sagte er. In den letzten Monaten hingegen habe er versucht, seine Frau von andern Leuten fernzuhalten.

Entschieden widersprachen mehrere Bekannte des Ehepaares am Dienstag Berichten, die Thailänderin habe möglicherweise in der Rotlicht-Szene gearbeitet. Nachbarn, die die beiden Eheleute näher kannten, bezeichneten die verbreiteten Gerüchte als „absoluten Blödsinn“. Völlig aus der Luft gegriffen sei auch die Behauptung, Bernd W. habe seine Ehefrau aus dem Katalog einer auf Asiatinnen spezialisierten Heiratsvermittlung ausgesucht. „Den Kontakt zwischen beiden hat eine seit langem in Deutschland lebende Freundin der Frau hergestellt“, sagte eine Nachbarin am Dienstag.

Staatsanwaltschaft und Polizei teilten am Dienstag mit, man werde zu den zahlreichen Berichten und Vermutungen über mögliche Hintergründe der Tat keinen Kommentar abgeben. Eher schweigsam gaben sich auch die Verantwortlichen des Rennstalls, für den Bernd W. häufig Rennen fuhr und des Trabrennvereins Mariendorf. Über das Privatleben des 63-Jährigen habe man keine Kenntnisse, teilte ein Vereinssprecher mit. Und die Chefin des Rennstahls beschränkte sich auf die Vermutung, der 63.Jährige, „insgesamt ein liebenswerter Mensch“, müsse „einfach durchgedreht“ sein.