Autos angezündet

Berliner Brandstifter André H. war Einzeltäter

Mit der Festnahme von André H. hatte die Berliner Polizei den ersten bedeutenden Fahndungserfolg im Kampf gegen Autobrände erzielt. Befragungen ergaben bislang keine Hinweise auf mögliche Komplizen.

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Die Polizei hat einen 27-Jährigen festgenommen, der im Sommer 2011 insgesamt 67 Mal Autos angezündet haben soll. 102 Fahrzeuge brannten dabei ganz oder teilweise aus.

Video: Reuters
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Der mutmaßlichen Autobrandstifter André H. hat nach Erkenntnissen der Polizei allein gehandelt. Die umfangreichen Befragungen und die Observation durch Ermittler des Landeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft haben bislang jedoch keine Hinweise auf mögliche Komplizen des 27-Jährigen ergeben, sagte ein Polizeisprecher. Auch hätten sich keine Anhaltspunkte für persönliche Kontakte des geständigen Brandstifters zu Personen aus dem linksextremistischen Spektrum ergeben, so ein Ermittler.

Mit der Festnahme von André H. hatte die Polizei den ersten bedeutenden Fahndungserfolg im Kampf gegen die zuletzt ausufernden Autobrände erzielt. Der gelernte Maler und Lackierer hat eingeräumt, in der Zeit von Juni bis August 2011 „aus Frust und diffusem Sozialneid“ 67 Autos der Marken, BMW, Audi und Mercedes angezündet zu haben. 35 weitere Fahrzeuge waren bei den Brandstiftungen mitbeschädigt worden. Die so verursachte Gesamtschadenssumme dürfte nach vorläufigen Schätzungen mehr als eine Million Euro betragen. Wie berichtet war André H. durch die Auswertung von Videobildern in Bussen und Bahnen schließlich überführt worden.

Die nächtlichen Einsätze von Beamten der Polizei und der Bundespolizei laufen indes weiter. Hoffnungen, dass der Fahndungserfolg und das für H. zu erwartende Strafmaß die Serie der Brandanschläge stoppen könnte, bestätigen sich nicht. In der Nacht zu Dienstag wurden in Lichtenberg und Mitte erneut zwei Fahrzeuge von Unbekannten in Brand gesetzt. Auf einem Parkplatz an der Schlichtallee brannte ein VW-Transporter vom Typ T4 vollständig aus. Zeugen hatten das Feuer gegen 3.30 Uhr bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Die Einsatzkräfte löschten den Brand, Menschen wurde nicht verletzt. Nach ersten Erkenntnissen wurde das Feuer vorsätzlich verursacht. Hinweise auf die Täter liegen nicht vor. Der Staatsschutz prüft, ob ein politischer Tathintergrund vorliegen könnte. In Gesundbrunnen hatte kurz zuvor ein Motorrad auf einem Hinterhof an der Bornemannstraße gebrannt. Die Flammen hatten bereits auf ein Wohnhaus übergegriffen, bevor die Feuerwehr den Brand schließlich löschen konnte. Ein Hausbewohner musste mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden.

Damit sind nach Polizeiangaben in diesem Jahr in Berlin mehr als 470 Autos direkt angezündet und weitere 183 durch Brandstiftungen beschädigt worden. Die Anzahl der als politisch motiviert eingestuften Brandanschläge liege inzwischen bei 171.