Mehmet Y.

Doppelmord hätte verhindert werden können

Laut "Spiegel"-Bericht sollte der Weddinger Todesschütze ausgewiesen werden. Mehmet Y. hatte jedoch vorher schon wegen anderer Gewaltdelikte vor Gericht gestanden. Eine Haftstrafe war ihm aber erspart geblieben.

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Der Doppelmord von Wedding schockierte Berlin. Kaltblütig soll Mehmet Y. am Vormittag des 4. August die Mutter seiner Ex-Frau und deren Schwester erschossen haben. Seine Flucht dauerte nicht lange. Nach vier Tagen konnten Polizisten ihn festnehmen.

Nun sorgt ein Bericht des „Spiegel“ für Aufsehen, wonach Mehmet Y. hätte ausgewiesen werden sollen. Im Oktober 2008 war er bereits von einem Gericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er soll im Streit mit einem Messer auf einen Mann losgegangen sein, der ihm nur mit Mühe entkommen konnte. Laut dem „Spiegel“ konnte das damalige Ehepaar mit Hilfe eines Anwalts die Ausweisung abwenden. Nachdem seine Frau im Herbst 2010 die Scheidung einreichte, soll das Verwaltungsgericht angeordnet haben, dass er ausreisen müsse, da er Menschen verprügelt und bedroht habe. Seine gewalttätige Vergangenheit war bereits bekannt. Morgenpost Online berichtete vor einigen Wochen, dass die Berliner Justizbehörden seit September 2010 gegen Mehmet Y. ermittelten. Nach Angaben des Pressesprechers der Berliner Strafgerichte, Tobias Kaehne, soll er seine Schwägerin Leyla C. und auch seine geschiedene Frau mit dem Tode bedroht haben.

Wie die Morgenpost Online bereits berichtet hatte, erhob die Staatsanwaltschaft wegen weiterer Todesdrohungen im März 2011 Anklage gegen Mehmet Y. Wegen der Übersetzung der nötigen Unterlagen wurde das Verfahren in die Länge gezogen und bis zur Tat nicht eröffnet. Ein Gerichtssprecher sagte dem „Spiegel“, dass eine Verurteilung wohl zu über einem Jahr Gefängnis geführt hätte.

Die Beziehung von Mehmet Y. und Feride C. war bereits früh belastet. Nach Informationen von Morgenpost Online war der Vater von Feride C. bereits von Anfang an gegen die Beziehung der beiden gewesen. Deshalb war er auch der Hochzeit ferngeblieben. Nach Informationen dvon Morgenpost Online warf er seinem Schwiegersohn unter anderem Untreue vor. Mehmet Y. soll sich sogar einmal mit dem Schwiegervater getroffen und Besserung versprochen haben – doch schon kurz darauf wurde ihm ein neuerlicher Seitensprung mit einer Nachbarin nachgesagt. In einer ersten Vernehmung soll Mehmet Y. die Taten eingeräumt, die Schuld aber auf seinen Schwiegervater geschoben haben. Dieser habe eine Kontaktaufnahme mit Feride verhindert. Dadurch seien in ihm Gefühle der Verzweiflung und Ohnmacht entstanden, die zu der Tat geführt hätten.