Prenzlauer Berg

Berliner Friedhof wird zur Erholungsstätte

Ein seit langem ungenutzter Teil eines Friedhofs wird nun ein öffentlicher Park. Anwohner hatten sich zuvor gegen den Bau neuer Wohnungen und stattdessen für die Grünfläche ausgesprochen.

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Ein Teil des Friedhofs der St. Petri/ St. Marien-Gemeinde Nikolai an der Heinrich-Roller-Straße wird in einen öffentlichen Park umgewandelt. Baubeginn ist am 18. August dieses Jahres. Damit erfüllt das Bezirksamt Pankow eine Forderung der Anwohner.

Die Fläche – ein 50 Meter breiter Streifen parallel zur Heinrich-Roller-Straße – ist etwa 6600 Quadratmeter groß und wird seit Jahrzehnten nicht mehr für Begräbnisse genutzt. Große Teile des Geländes zwischen Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße sind von einem Dickicht von Brennnesseln und Farnen überwuchert. Die Kirchengemeinde wollte im Jahr 2008 diese Fläche in Bauland umwandeln lassen und dann verkaufen. Der Erlös sollte für die Pflege der übrigen großen Friedhofsfläche verwendet werden. Ein Investor hätte Wohnhäuser am Rand des Friedhofs bauen können. Laut Friedhofsentwicklungsplan des Berliner Senats sei dies möglich, argumentierte die Gemeinde. Der Kirchenkreis Mitte ließ das Gelände zeitweilig sogar sperren, weil es „gegen die geltende Friedhofsordnung als Fahrradweg, für private Veranstaltungen und als Hundeauslaufgebiet“ genutzt wurde. Doch die Familien aus den umliegenden Häusern protestierten beim Bezirksamt und bei der Gemeinde. Denn das dicht besiedelte Gebiet in der Umgebung des Friedhofs hat zu wenige Parks und Erholungsflächen. Eine Bürgerinitiative kämpfte gegen die Pläne der Kirche. Der Bezirk durchkreuzte schließlich die Intention der Gemeinde, in dem er einen Bebauungsplan aufstellte und das Areal als Grünfläche festlegte.

Vor Monaten hat das Land Berlin die Fläche von der Kirche erworben. Das Gelände werde jetzt naturnah umgestaltet, sagte Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD). Die dichte Vegetation bleibe erhalten. Elf Bäume müssten gefällt werden, die nicht mehr standsicher sind. Im Herbst sollen neue Bäume gepflanzt werden. Im neuen Park entstehen Wege und Pfade. Bänke werden aufgestellt, Möglichkeiten zum Klettern und Bewegungsangebote geschaffen. Die Kosten für den Bau des Parks liegen bei 400.000 Euro. Das Vorhaben wird mit Mitteln aus dem Programm „Zukunftsinitiative Stadtteil“ und aus dem Haushalt des Bezirks finanziert.