Strandbad Wannsee

Noch wirkt Leichtigkeit der "Zauberflöte" bemüht

Die Proben für Mozarts "Zauberflöte" im Strandbad Wannsee laufen auf Hochtouren. Die Inszenierung soll spritzig und unterhaltsam werden. Doch davon ist noch wenig zu spüren. Es ist eher eine bemühte Leichtigkeit, die Katharina Thalbach vermittelt.

Ein Riesenspaß. Urkomisch. Sensationell. Das Lob will nicht enden. „Unglaublich spritzig und unterhaltsam“, sagt Christoph Dammann, Intendant und Geschäftsführer der Seefestspiele Berlin. „Wie witzig, wie spritzig, wie leicht“, ergänzt Peter Schwenkow. Er ist Vorsitzender der Deutschen Entertainment AG (DEAG). Beide gehören zu den Initiatoren der Seefestspiele Berlin, beide sind ziemlich begeistert von ihrer Idee.

Am 11. August werden die Festspiele im Strandbad Wannsee Premiere haben. Dort wird bis zum 28. August 2011 Mozarts „Zauberflöte“ aufgeführt. Mit der Neuinszenierung des Opern-Klassikers ist Katharina Thalbach betraut.

Bei der Bühnenprobe am Freitag ist jedoch von der vielgepriesenen Lockerheit wenig zu spüren. Es ist eher eine bemühte Leichtigkeit, die Katharina Thalbach vermittelt. „Willkommen Hermann. Ich bin's, Kathy. Wir haben heute schöne Sachen vor“, teilt Thalbach über Mikrofon mit. Eine charmante Aufforderung an ihren Mitarbeiter zu harter Arbeit.

Katharina Thalbach will die 150 Mitwirkenden anleiten, motivieren, korrigieren – alles andere schiebt sie weit von sich. Keine Fotos, keine Interviews. Stattdessen Sonnenbrille und Zigaretten. Die Hosenbeine ihrer Jeans sind hochgekrempelt, später tauscht sie die schwarzen Sneakers gegen Sandalen – der nassen Füße wegen.

Es regnet, doch die Bühnenprobe fällt nicht ins Wasser. Eine Oper als Freiluft-Ereignis fordert eben seinen Tribut. „Zur Hilfe! Zur Hilfe! Sonst bin ich verloren“, fleht Musa Nkuna verzweifelt. Der Sänger gibt den Tamino, steht in einem durchsichtigen Regencape auf der Bühne. Das imposante Bühnenbild entwarf Momme Röhrbein. Die Arie der Königin der Nacht, das Duett zwischen Papageno und Papagena oder das Lied des Vogelfängers sollen nicht nur akustisch wirken. Die Leichtigkeit der Inszenierung soll sich von der Bühne auf das Publikum übertragen. Mit Wannseewellen, Matrosenkostümen, Drachenköpfen und einer riesigen Pyramide. 18 Meter ist sie hoch, seit Freitag steht sie auf der Bühne. Endlich. „Wir haben gesagt, wir stellen hier eine Pyramide hin. Und nun steht sie hier auch“, sagt Schwenkow.

Katharina Thalbach schreitet derweil mit wedelnden Armen über die Rasenfläche vor der Bühne, hat sichtlich Freude an der Musik. Guntbert Warns, der Papageno, hat Geburtstag. Ein Ständchen gibt es nicht. Stattdessen erklingt die „Zauberflöte“. Und da ist sie plötzlich: die Leichtigkeit, zumindest die musikalische. Sie macht sich im verregneten Strandbad breit, wenn Warns singt: „Der Vögelfänger bin ich, ja. Stets lustig, heißa hopsasa!“