Plüschverbot

Micky-Maus-Bettler verschwinden vom Pariser Platz

Eine Gruppe von kostümierten Bettlern waren wochenlang auf dem Pariser Platz tätig. Doch nach Eingreifen der Polizei scheinen sie nun vorerst verschwunden.

Wochenlang hat eine Gruppe von organisierten Bettlern aus Rumänien Touristen auf dem Pariser Platz belästigt, doch das Eingreifen der Polizei scheint Wirkung zu zeigen. Am Sonntag blieben die Berlin-Besucher verschont von den aufdringlichen Bettlern, die stets als Micky Maus, Tiger, Hühnchen und Gorilla verkleidet auftraten. Sie hatten sich unter die Touristen gemischt, auf Gruppenfotos gedrängelt und anschließend eine Bezahlung von bis zu fünf Euro gefordert.

Polizei beschlagnahmt Kostüme

Dabei gingen sie häufig aggressiv vor. Touristen, die nicht zahlen wollten, wurden über den gesamten Platz verfolgt. Als die kostümierten Bettler am frühen Sonnabendnachmittag dabei beobachtet wurden, wie sie Besucher am Arm zerrten und festhielten, schritt die Polizei ein. Sie griff zwei Frauen (23 und 29 Jahre), ein 14-jähriges Mädchen und einen 13-jährigen Jungen auf. Die Polizisten erteilten Platzverweise und beschlagnahmten die Kostüme. Diese sollen vernichtet werden.

Ein Kutscher hatte den Polizeieinsatz beobachtet. „Der Eingriff verlief undramatisch“, sagte er. Polizeibeamte hätten die vier Rumänen aufgefordert, ihre Kostüme auszuziehen. Anschließend seien sie in einen Polizeiwagen gestiegen. „Die Bettler haben nicht versucht, wegzulaufen oder Gegenwehr zu leisten.“ In den vergangenen Wochen sei er kurz mit ihnen ins Gespräch gekommen. „Sie waren freundlich, konnten aber nur wenige Sätze Deutsch sprechen und blieben unter sich.“

Seiner Meinung nach seien die vier Bettler zu weit gegangen, um an Geld zu kommen. Ob der Eingriff der Polizei langfristig Erfolg hat, muss sich zeigen. Denn Betteln ist nach deutschem Recht nicht verboten. In der Vergangenheit wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren von Gerichten abgelehnt. Diese stuften kostümierte Bettler als Künstler ein. Diese dürfen für ihre Dienste Spenden sammeln.