U-Bahn

Ausgrabung verzögert U5-Weiterbau auf Frühjahr

Die Arbeiten an der U5 beginnen erst im Frühjahr 2012. Dadurch wird die neue Strecke zwischen Alexanderplatz und Pariser Platz nun 2019 in Betrieb genommen.

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Der Weiterbau der U-Bahn durch die östliche Innenstadt verzögert sich weiter. Ursprünglich war er für April dieses Jahres geplant. Doch nun steht fest: Erst im Frühjahr nächsten Jahren werden die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit konkreten Arbeiten für die neue, 2,2 Kilometer lange Tunnelstrecke zwischen Alexanderplatz und Pariser Platz beginnen.

„Noch bis November dürfen die Archäologen vor dem Roten Rathaus ihre Ausgrabungen machen, und im Winter fängt man mit Tiefbauarbeiten nicht an“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Damit ist allerdings auch klar: Die U5 wird frühestens im Sommer 2019 – und damit zwei Jahre später als geplant – vom Alex bis zum Hauptbahnhof fahren. „Ab Beginn benötigen wir ziemlich genau sieben Jahre, um die Strecke zu bauen“, so Reetz.

Eigentlich sollte die neue U-Bahn-Strecke, die die Stummelstrecke der U55 („Kanzler-U-Bahn“) an das übrige Berliner U-Bahn-Netz anschließen wird, bereits im Juni 2017 eröffnet werden. Die BVG erhofft sich von der Verbindung täglich Zehntausende neue Fahrgäste. Und schon ab Januar 2016 sollten die ersten Züge vom Alexanderplatz bis vor das Rote Rathaus fahren. Doch gerade der geplante neue U-Bahnhof „Berliner Rathaus“ ist ein Grund für die Verzögerungen. Zwar gab es dort im April 2010 bereits einen symbolischen ersten Spatenstich für das mit 433 Millionen Euro kalkulierte Verkehrsprojekt. Doch dann entdeckten Archäologen bei den davor üblichen Grabungen gut erhaltene Reste des mittelalterlichen Rathauses von Berlin sowie zahlreiche andere bedeutende Überbleibsel aus der Zeit der Gründung der Stadt.

Daraufhin gab der Senat den Archäologen nicht nur deutlich mehr Zeit, damit sie möglichst viele Relikte freilegen und dokumentieren können. Er ließ auch die Architekten den U-Bahnhof „Berliner Rathaus“ noch einmal umplanen. Dort sollen zumindest Teile der alten Rathausfundamente – sozusagen in einem archäologischen Fenster – zu sehen sein. Auch die Zugänge mussten neu platziert werden.

Das alles sorgt dafür, dass nach der korrigierten BVG-Bauplanung nun erst Anfang 2013 die Arbeiten an dem Bahnhof „Berliner Rathaus“ beginnen werden. Bereits im Mai 2012 sollen aber die Arbeiten am U-Bahnhof „Unter den Linden“ beginnen. Die neue Station, die direkt unter der Kreuzung des Bummelboulevards mit der Friedrichstraße liegt, wird die bestehende Linie U6 mit der U5 verbinden. Die Arbeiten an dem Kreuzungsbahnhof gelten als sehr anspruchsvoll und werden sich laut BVG nun bis Herbst 2013 hinziehen. In dieser Zeit wird der Zugverkehr auf der U6 in diesem Bereich unterbrochen. Die Bohrungen für die beiden Tunnelröhren, die die Bahnhöfe unterirdisch verbinden, sollen nun nicht im April sondern erst Ende 2013 oder Anfang 2014 beginnen.

Voraussetzung dafür ist, dass bis dahin auch alle Baugenehmigungen vorliegen. Der von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erarbeitete Planfeststellungsbeschluss liegt inzwischen vor. Er soll ab 15. Juli für zwei Wochen im Behördensitz Am Köllnischen Park 3 öffentlich ausgelegt werden. Danach sind Widersprüche und Klagen von Betroffenen möglich. Doch von diesen und auch von bereits anhängigen Klagen erwartet die BVG derzeit nicht, dass sie den Zeitplan für den U-5-Weiterbau noch ernsthaft gefährden.

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