Berlin-Brandenburg

Fast jeder dritte Regionalzug kommt zu spät

Kein Tag ohne Verspätung – so beschreiben es Pendler, die täglich mit dem Regionalexpress zwischen Potsdam und Berlin fahren. Die Fahrgäste irren nicht. Fast jeder dritte Regionalzug kam diese Woche zu spät.

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Nutzer der Deutschen Bahn klagen wieder verstärkt über Verspätungen im Regionalverkehr. „In dieser Woche gab es kaum einen Zug, der nicht zehn bis 15 Minuten Verspätung hatte“, so ein Betroffener, der beinahe täglich mit dem RE1 zwischen Potsdam und Berlin pendelt. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), der im Auftrag der beiden Bundesländer den Regionalzugverkehr bestellt und kontrolliert, bestätigte den subjektiven Eindruck vieler Reisender. „Es gibt auf einigen Linien wieder erhebliche Probleme mit der Zuverlässigkeit“, sagte eine Sprecherin. „Hauptsorgenkind“ sei die Regionalexpress-Linie 3. Auf der mit 384 Kilometern längsten RE-Strecke in der Region, die von Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern über Angermünde und Berlin bis nach Elsterwerda im Landkreis Elbe-Elster führt, gebe es die meisten Verspätungen. Die Pünktlichkeitsquote der Züge, die über die gesamte Distanz fahren, liegt laut VBB bei gerade mal 64 Prozent.

Kaum besser sei die Situation auf der RE-Linie 1, die die Städte Magdeburg, Brandenburg/Havel, Potsdam, Frankfurt(O.) und Eisenhüttenstadt mit Berlin verbindet. „Aktuell kommen beim RE1 30 Prozent aller Züge verspätet an“, so die VBB-Sprecherin. Ermittelt werde die Pünktlichkeit der Züge durch automatisierte Messungen an insgesamt 63 Punkten im gesamten Regionalnetz. „Diese ermöglichen uns einen genauen Vergleich der Solldaten laut Fahrplan mit den konkreten Ist-Zeiten“, so die VBB-Sprecherin.

Die Deutsche Bahn bestätigte die aktuellen Probleme im Regionalzugverkehr, ohne jedoch eigene Angaben zur Pünktlichkeit machen zu wollen. Eine Bahn-Sprecherin machte vor allem die vielen Baustellen, die es derzeit im Schienennetz von Berlin und Brandenburg gebe, für die Verspätungen verantwortlich. Besonders betroffen sei davon wiederum der RE1. „Da wird sowohl im östlichen wie im westlichen Abschnitt gebaut, das kann sehr schnell zu Verspätungen führen“, so die Bahn-Sprecherin. Ein besonderer Engpass sei dabei der Abschnitt zwischen Charlottenburg und Potsdam. Weil dort insgesamt 28 Brücken nach und nach erneuert werden, stehe auf der stark genutzten Strecke nur ein Gleis zur Verfügung. „Da reichen schon zwei Minuten Verspätung eines Zuges aus, dass plötzlich der gesamte Fahrplan in diesem Bereich durcheinander gerät“, so die Bahn-Sprecherin.

S-Bahn-Verkehr wieder gestört

Baustellen sorgen an diesem Wochenende auch bei der Berliner S-Bahn wieder für erhebliche Einschränkungen. Wie schon an den vergangenen Wochenenden ist bis Montagfrüh der Verkehr auf der Ringbahn zwischen Bornholmer Straße und Schönhauser Allee unterbrochen. Zwischen Schönhauser Allee und Ostkreuz fahren Busse statt Bahnen, die Fahrzeit verlängert sich spürbar. Betroffen von den Behinderungen sind die Linien S41, S42, S8 und S9. Neben dem Ring sind diesmal auch die S1 nach Wannsee und die S7 nach Potsdam betroffen. Zwischen Messe Süd und Wannsee fahren bis Montagmorgen Busse statt Bahnen. Die S1 fährt zwischen Zehlendorf und Wannsee nur im 20-Minuten-Takt. Zwischen Wannsee und Potsdam Hauptbahnhof nimmt die S1 den Platz der sonst dort fahrenden S7 ein. Die S7 verkehrt nur zwischen Olympiastadion und Ahrensfelde. Auf der S5 sind zwischen Hoppegarten und Strausberg Nord ebenfalls Busse statt Züge im Einsatz.