Hellersdorf

Kinder mit Bissen und Schlägen misshandelt

Ein 24-Jähriger verletzt seine Lebensgefährtin sowie deren Sohn und Tochter schwer. Beide Kinder mussten zur stationären Behandlung ins Krankenhaus. Nach zwei Tagen konnte der mutmaßliche Täter von der Polizei festgenommen werden.

Wieder hat es in Berlin einen schockierenden Fall von Kindesmisshandlung gegeben. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, wurden Beamte bereits am Dienstag zu einer Wohnung nach Hellersdorf gerufen. Dort soll ein 24 Jahre alter Mann seine Lebensgefährtin sowie ihre beiden Kinder schwer misshandelt haben.

Zahlreiche Blutergüsse und Schürfwunden

Nach Polizeiangaben hatten Nachbarn in der Nacht zuvor in der Wohnung lautstarke Auseinandersetzungen, dumpfe Schläge und lautes Wimmer gehört. Den Beamten öffnete eine 23-Jährige Frau mit ihren zwei und fünf Jahre alten Kindern.

Der Anblick, der sich ihnen dann dort bot, war erschreckend. Die Mutter hatte an Gesicht und Hals zahlreiche Blutergüsse und Schürfwunden. Bei dem zweijährigen Mädchen stellten die Beamten blaue Flecken und eine verschorfte Kratzwunde fest. Am Bein des Kleinkindes zeichnete sich eine frische menschliche Bissspur ab. Der Junge wurde offenbar noch schwerer misshandelt. Das Gesicht des fünfjährigen Jungen war völlig angeschwollen. Blutergüsse zogen sich über den gesamten Kopf, am Hals fanden sich Würgemale. Nahezu der gesamte Körper war übersät mit blauen Flecken und Kratzern. Beide Kinder mussten zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Nach ersten Erkenntnissen soll der 24-Jährige seine Lebensgefährtin und ihre beiden Kinder schwer misshandelt haben. Noch bevor die Beamten die Wohnung betraten, flüchtete der Mann. Er konnte allerdings am Donnerstagnachmittag in der Hellersdorfer Wohnung festgenommen und einem Haftrichter vorgeführt werden. Gegen ihn wird Haftbefehl erlassen.

Ähnliche Fälle in Berlin

Erst in der vergangenen Woche hatten Polizeibeamte ein elfjähriges Mädchen in einer Wohnung in Lichtenberg entdeckt, das zehn Tage völlig auf sich allein gestellt war. Die alleinerziehende Mutter der Kleinen war aus der Wohnung ausgezogen, um zu ihrem neuen Freund nach Sachsen-Anhalt zu reisen. Nachbarn berichteten, dass die 26-Jährige ihre Tochter in der Vergangenheit bereits mehrere Male alleine gelassen hatte. Das Kind muss in unhaltbaren Zuständen gelebt haben. Die Wohnung war nach Polizeiangaben stark verschmutzt. Frische Lebensmittel konnten die Beamten nicht finden. Auch saubere Wäsche war kaum noch vorhanden. Wie ein Ermittler Morgenpost Online sagte, hat das Kind einen eigenen Schlüssel besessen und ging in der Woche auch regelmäßig in die Schule.

Noch erschreckender war das Verhalten einer Freundin der Mutter. Die Frau war laut Polizei am Freitag voriger Woche in die Wohnung gekommen, um die Haustiere – einige Echsen – zu versorgen. Nachdem sie die Reptilien gefüttert hatte, habe sie das Wohnzimmer verschlossen, in dem das Festnetztelefon und das Handy des Mädchens lagen. Den Schlüssel nahm die Frau mit. Offenbar wollte sie verhindern, dass das Kind Hilfe holt. Zum Glück alarmierten Nachbarn schließlich die Polizei.

Weitere ähnliche Fälle hatten sich am Dienstag ereignet. Frühmorgens um 5 Uhr mussten Beamte eine völlig betrunkene 43-jährige Frau aufhalten, die sich auf ihre sechsjährige Enkelin stützte. Nach ihren Angaben sollte sie einige Tage auf das Mädchen aufpassen. Da auch ihr Lebensgefährte, den die Beamten in der Wohnung antrafen, betrunken war, übergaben die Polizisten das Kind seiner Mutter. Gegen die Großmutter wurden Ermittlungen wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht eingeleitet.

Auch eine 44-jährige Frau muss sich juristisch verantworten. Gemeinsam mit ihren beiden sechs und acht Jahre alten Kindern saß sie am selben Tag betrunken am Hauptbahnhof. Aufgrund ihres Verhaltens riefen Passanten die Polizei, die die Kleinen an den Kindernotdienst übergab.