Misshandlung

Vater lässt seine Kinder in der Kälte stehen

Ein Berliner hat seine Kinder bei der aktuellen Kälte leicht bekleidet vor der Haustür stehen lassen. Eine Mutter sperrte ihre neun Jahre alte Tochter zunächst aus - und schleuderte ihr Baby schließlich Polizeibeamten an der Tür entgegen.

Kurz vor Weihnachten ist die Polizei zu zwei Fällen von Kindesvernachlässigung gerufen worden. Ein 36-jähriger Vater ließ am Sonntag in Marzahn-Hellersdorf seine beiden Kinder in der Kälte stehen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Anwohner hatten vor einem Wohnhaus ein siebenjähriges Mädchen und einen Jungen im Alter von fünf Jahren beobachtet, die nur leicht bekleidet waren. Sie klingelten an der Wohnungstür, wurden aber vom Vater abgewiesen. Die Anwohner alarmierten die Polizei. Die Beamten fanden in der Wohnung noch ein drittes Kind im Alter von zwei Jahren vor.

Der 36-jährige Vater und die 29-jährige Mutter gaben an, mit der Erziehung der Kinder überfordert zu sein. Die drei Kinder wurden in die Obhut des Kindernotdienstes übergeben. Gegen die Eltern wird wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht ermittelt.

Wie ebenfalls am Montag bekannt wurde, sperrte am Sonnabend eine 32-jährige Mutter in Pankow ihre neunjährige Tochter aus und schrie in der Wohnung. Anwohner alarmierten die Polizei. Die Neunjährige gab an, von der Mutter geschlagen worden zu sein. Auch ihre neun Monate alte Schwester, die sich in der Wohnung befand, sei geschlagen worden. Als die 32-Jährige die Tür öffnete, schleuderte sie den Beamten das Baby entgegen. Die Wohnung wirkte verwahrlost.

Die Mutter, die den Angaben nach einen hysterischen und verwirrten Eindruck machte, kam in ein Krankenhaus. Die Kinder wurden dem Kindernotdienst übergeben. Gegen die 32-Jährige wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht sowie wegen des Verdachts der Kindesmisshandlung eingeleitet.