125. Geburtstag

Wowereit will Kudamm-Lebensgefühl erhalten

Am Donnerstag beginnen die Feierlichkeiten zum 125. Geburtstag des Kurfürstendamms. Der Boulevard fasziniert Menschen weltweit mit seiner Mischung aus Wohnen, Geschäften und Kultur. Und das soll so bleiben, fordern Wowereit und Bezirksbürgermeisterin Thiemen.

Der Countdown auf der Videowand an der Joachimstaler Straße läuft, die Vitrinenausstellung ist fast komplett aufgebaut, das Jubiläumscafé an der Ecke Uhlandstraße bereits in Betrieb: Nach Monaten der Vorbereitung starten am Donnerstag die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 125.Geburtstag des Kurfürstendamms.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen (beide SPD) werden das Jubiläum mit einem Spaziergang vom Adenauer- zum Breitscheidplatz (Start 18 Uhr) eröffnen, wo dann die Schaustelle mit Informationen rund um den Geburtstag öffnet. Am Montag haben die beiden Politiker die Bedeutung des Boulevards für Berlin noch einmal hervorgehoben. Nach ihrer Einschätzung ist die gute Mischung aus Wohnen, Geschäften und Kultur dafür verantwortlich, dass der Boulevard über all die Jahre eine gleichbleibende Popularität genoss, für viele Menschen ein einzigartiges Lebensgefühl, eine Faszination, ja sogar einen Mythos verkörpert. „Deshalb ist es unsere Aufgabe, diese Mischung zu erhalten“, sagte Thiemen.

Die Politik muss sich um die Kultur kümmern

Die Organisatoren des Fest-Marathons hatten am Montag in den 20.Stock des Zoofensters eingeladen, wo die helle Natursteinfassade im Sommer fertig sein soll und momentan die Haustechnik installiert wird. Das markante Hochhaus, in dem Ende des Jahres das „Waldorf Astoria“ eröffnen soll, steht für den Neubeginn in der City West, zusammen mit anderen wichtigen Bauprojekten wie dem Bikini Berlin gleich nebenan oder dem Haus Cumberland, wo in alten Gemäuern gerade edle neue Wohnungen entstehen. Nachdem viele Kinos in Modegeschäfte umgewandelt wurden, müsse sich die Politik heutzutage vor allem um die Kultur kümmern. Intelligente Investoren hätten schon selbst erkannt, dass Kommerz nur dann gut funktioniere, wenn es für die Menschen auch etwas zu sehen, zu erleben gebe, sagte die Bezirksbürgermeisterin. Auch Wowereit lobte die Mischung: „Die gesunde Struktur soll erhalten bleiben, natürlich ebenso der Glanz, auch wenn ihn sich nicht alle leisten können. Der Kurfürstendamm hat eine traditionsreiche Geschichte und wird eine wunderbare Zukunft haben.“ Viele Menschen wüssten gar nicht, dass beispielsweise zwischen Adenauerplatz und Halensee ganz normale Menschen wohnen. „Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit sind die Markenzeichen des Boulevards“, sagte Wowereit.

Um das Lebensgefühl auf dem Kurfürstendamm und die einzigartige Mischung beneideten uns die Metropolen dieser Welt, bestätigte Klaus-Jürgen Meier, Vorsitzender der AG City. Er würde sich wünschen, dass der Blick auch bei den öffentlichen Investitionen wieder mehr auf die City West gerichtet wird. Schließlich sei der Kudamm in aller Welt ein Begriff.

Bereits getestet haben Evelyn und Manfred Scheer aus Wiesbaden das Geburtstags-Café an der Uhlandstraße: „Wir sind zum ersten Mal in Berlin und kommen sicherlich wieder.“ Die Vitrinenausstellung habe ihnen sehr gut gefallen, sie sei sehr informativ. Nur den Alten Turm der Gedächtniskirche – derzeit hinter einem Baugerüst verschwunden –, den haben sie nicht gefunden. „Wo ist denn der eigentlich?“, fragten sie irritiert. Infos zu allen Veranstaltungen: www.kudamm2011.de