Helios Klinikum Buch

Pfleger missbraucht Kinder auf Intensivstation

Ein Krankenpfleger hat sich im Helios Klinikum Buch an Kindern vergangen und seine Taten gefilmt. Ein Junge offenbarte sich seinen Eltern - der Mann konnte festgenommen werden. Die Krankenhausleitung schrieb nun vorsichtshalber die Eltern von 67 Kindern an.

Ein Pfleger einer Berliner Kinderintensivstation steht unter Verdacht, mehrfach Jungen missbraucht zu haben. Sein Tun soll er mit dem Handy aufgenommen haben. Nun ermitteln Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft gegen den Krankenpfleger des Helios Klinikums Berlin-Buch. Der 27-jährige Mann soll in mindestes drei Fällen Patienten der Kinderintensivstation sexuell missbraucht und die Taten gefilmt und fotografiert haben. Eines der Opfer hatte während des Missbrauchs unter dem Einfluss narkotisierender Medikamente gestanden. Inzwischen hat ein Ermittlungsrichter Haftbefehl gegen den Krankenpfleger erlassen. In Haft versuchte der Mann sich die Pulsadern aufzuschneiden. Nach einer Notoperation ist sein Zustand immer noch kritisch. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Der Skandal wurde Ende vergangener Woche aufgedeckt, als sich ein neunjähriger Junge seinen Eltern anvertraute und diese das Landeskriminalamt informierten. Am Freitag wurde schließlich die Wohnung des mutmaßlichen Kinderschänders in Karow durchsucht, dort wurden nach Angaben von Staatsanwaltssprecher Martin Steltner auch Beweise sichergestellt.

Bislang geht es um insgesamt drei Taten: Michael N. werden zwei Fälle von „sexuellem Missbrauch von Kindern“ sowie in einem Fall „schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in Tateinheit mit schwerem sexuellem Missbrauch Widerstandsunfähiger“ zur Last gelegt, begangen an zwei Jungen. Einen der beiden hatte er durch Berühren missbraucht, an dem anderen soll er sich in schwerer Weise vergangen haben, als dieser narkotisiert war – sagt die Staatsanwaltschaft.

Der Mann war seit dem 1. Oktober vergangenen Jahres als Kinderpfleger in der Klinik angestellt. Die Krankenhausleitung hat jetzt die Eltern von insgesamt 67 Kindern angeschrieben, die sich in diesem Zeitraum dort zur Behandlung befunden hatten. Darüber hinaus wird untersucht, ob Michael N. auch auf anderen Stationen solche Taten begangen haben könnte, denn vor seiner Festanstellung hatte er eine Ausbildung an der dortigen Schule für Gesundheitsberufe absolviert und somit Zugang zu allen Bereichen des Hauses gehabt. Für besorgte Eltern wurde außerdem eine Hotline eingerichtet (Tel. 030-94015444, täglich 8 bis 20 Uhr).

Ermittler sprachen am Dienstag von einem sehr schwerwiegenden Fall. „Nicht nur dieser Sachverhalt muss bis ins kleinste Detail aufgeklärt werden, sondern es müssen auch Mechanismen geschaffen werden, dass hilflose Patienten nicht Opfer von einem Sexualstraftäter werden, wo man es am wenigsten vermuten würde – nämlich in einem Krankenhaus“, sagte ein ranghoher Beamter des Landeskriminalamtes zu diesem Fall.

Ohne die mutige Aussage des kleinen Jungen wären die Vorkommnisse wahrscheinlich gar nicht bekannt geworden und hätte es womöglich weitere Opfer gegeben. Den Ermittlungen der Kriminalpolizei nach soll sich Michael N. seinen Opfern in „günstigen Gelegenheiten“ genähert haben. Der Umstand, dass der Pfleger seine Opfer filmte, half den Ermittlern nun erheblich. Schon bei einer ersten Vernehmung durch die Polizei gestand N. die Taten.