Nahverkehr

Betriebsrat warnt vor Winterchaos bei der S-Bahn

Im vergangenen Januar hatte plötzlich einsetzender Frost dafür gesorgt, dass der S-Bahn-Verkehr ein Woche lang fast vollständig zum Erliegen kam. Das könnte wieder passieren, denn der Betriebsrat der Berliner S-Bahn bezweifelt, ob die bisherigen Vorbereitungen auf Eis und Schnee ausreichend sind.

Der Betriebsrat der Berliner S-Bahn hat jetzt nochmals vor einem Verkehrschaos im Winter gewarnt. Auch nach einem Treffen mit Vertretern der für die Schienenwege und Signaltechnik zuständigen Bahn-Sparte DB Netz gebe es erhebliche Zweifel, ob die bisherigen Vorbereitungen auf Eis und Schnee ausreichend sind. Zwar habe die Netzsparte erklärt, dass Arbeiten für die S-Bahn höchste Priorität hätten, doch insbesondere Bedenken der S-Bahner in Bezug auf die Weichenpflege konnten nicht zerstreut werden, heißt es im aktuellen Informationsblatt des Betriebsrats.

Fahrdienstleiter der S-Bahn bemängelten unter anderem, dass die Dienstelle von DB Netz, die das Einschalten der bei Weichenheizungen koordiniert, telefonisch nur während der den Bürozeiten montags bis freitags von 7 bis 15.30 Uhr besetzt sei. „Mit anderen Worten: Außerhalb der Bürozeiten sollte es besser nicht anfangen zu schneien“, heißt es in dem Infoblatt der Arbeitnehmervertreter.

Der Betriebsrat erinnerte an das Chaos Anfang dieses Jahres, als am ersten Januar-Wochenende plötzlich einsetzender Frost dafür sorgte, dass der S-Bahn-Verkehr ein Woche lang fast vollständig zum Erliegen kam. Eine Ursache dafür war, dass defekte oder nicht rechtzeitig in Betrieb genommene Heizungen ein Einfrieren der Weichen nicht verhinderten. Als Folge davon kam es zu Tausenden Zugausfällen und Verspätungen.

Ein Bahnsprecher wies die Kritik des Betriebsrats zurück. Fast alle Weichenheizungen könnten direkt von den Betriebszentralen der S-Bahn angeschaltet werden und die seien 24 Stunden am Tag besetzt. Zusätzlich bestehe die Möglichkeit, Heizungen per Hand in Betrieb zu setzen. Fachleute von DB Netz hätten alle Weichenheizungen von September bis Oktober einer Funktionsprobe unterzogen, die Winterbereitschaft sei bestätigt worden.