Freizeitaktivitäten

Das ist der Berliner Frühling - von A bis Z

Kaum locken die ersten Strahlen der Frühlingssonne, schon strömen die Berliner nach draußen. Morgenpost Online stellt deshalb die besten Aktivitäten des Berliner Lenz vor. Vom Imker-Lehrgang bis hin zur Frühblüher-Führung ist alles dabei.

A wie Auf zum Wannsee. Am Ostersonntag soll es 25 Grad warm werden. Einige Freibäder haben schon geöffnet, zum Beispiel das am Wannsee (siehe unten). Wer FKK-Strände sucht, sollte sich genau informieren, um irritierte Blicke oder ein Ordnungsgeld zu vermeiden. Infos auf www.nacktbaden.de

B wie Bubbletea. In amerikanischen Chinatowns ist das süße Getränk seit Jahren ein Hit, jetzt gibt es Bubbletea auch in Berlin, dieses kalte Getränk mit kleinen Gummibär-ähnlichen Kugeln drin. Außerdem gibt’s bei „Yobarca“ in der Schönhauser Allee 122 noch gefrorenen Yoghurt mit bunter Perlendekoration.

C wie Café mit Aussicht. Jetzt lohnt es sich wieder, in Berlins Hochhäuser zu steigen und einen Überblick zu gewinnen. Wer die 11 Euro Eintritt für Berlins höchstes Café im Fernsehturm scheut, kann alternativ in die Kantine der Deutschen Film- und Fernsehakademie am Potsdamer Platz gehen. Einfach vor dem Filmmuseum mit dem Fahrstuhl in den neunten Stock fahren. Der Blick auf das Innere des Sony-Centers vor einem Tiergartenpanorama ist einmalig. Wer lieber Wasser und Wind möchte: Der Blick vom Café Max in der Liebermann-Villa (Colomierstraße 3) ist der schönste auf den Großen Wannsee.

D wie Dorfidylle. Die gibt’s an verschiedenen Ecken von Berlin, zum Beispiel im Westen in Gatow und Kladow (zu erreichen mit der Fähre über den Wannsee), im Norden in Lübars (von der S-Bahn Waidmannslust nicht mehr weit), im Osten in Alt-Marzahn (mit der Tram M8 bis vor den Dorfkern) und im Süden in Dahlem (mit der U3 zu erreichen.

E wie Ersatzverkehr. Die Zeit für übervolle Busse, die eine ausgefallene S-Bahn ersetzen, sollte jetzt endlich vorbei sein. Der Frühling ist die S-Bahn-freundlichste Jahreszeit: weder Frost noch Hitze noch Stürme, die Feinde des öffentlichen Verkehrs. Also: Jeden Tag genießen!

F wie Frühblüher-Führung. Eines der seltenen Wörter mit drei „ü“ und eine gute Gelegenheit, Blumen des Frühlings kennen zu lernen. Die Führung beginnt zum Beispiel am Sonntag, den 24.April, um 12 Uhr im Botanischen Garten Berlin auf der Königin-Luise-Straße 6 in Dahlem.

G wie Gartenarbeit. Nur im Deutschen klingt das Jäten von Unkraut und das Zurückschneiden von Bäumen nach einem anstrengenden Job. In Großbritannien hingegen verbinden Hobbygärtner eher Entspannung mit dieser Tätigkeit. Wer sich in Stimmung bringen will, kann die Morgenpost-Kolumnen der Chefin der Königlichen Gartenakademie in Dahlem, Gabriella Pape, im Internet noch einmal nachlesen: www.morgenpost.de/Kolumne/Pape

H wie Helm. Eine Helmpflicht für Fahrradfahrer ist genauso unwahrscheinlich wie die Frauenquote, aber bei elf toten Fahrradfahrern in Berlin im Jahr 2010 ist ein Helm zumindest sehr zu empfehlen.

I wie Imker-Lehrgang. In Charlottenburg kann man seit wenigen Wochen wieder Imkerkurse besuchen. Der Kurs kostet 100 Euro, aber dafür kann man den Honig „seines“ Bienenvolkes mit nach Hause nehmen. Außerdem weiß man dann genau, wo er herkommt. Weitere Informationen gibt’s hier: www.bienengarten-berlin.de. Jwie Jugendstil-Tour. Berlin war vor rund 100 Jahren das Zentrum der Jugendstil-Architektur. Wer das heute noch sehen will, kann sich die folgende Gebäude im Frühlingslicht anschauen: das Amtsgericht Pankow, die Heilig-Kreuz-Kirche in Wilmersdorf, die Hoffnungskirche in Pankow, das Rathaus Friedenau oder den U-Bahnhof Rathaus Schöneberg. Das alles lässt sich im Frühling auch zu einer schönen Radtour verbinden.

K wie Koreanisches Kino: Der Film des koreanischen Regisseurs Kim Ki-duk „Frühling, Sommer, Herbst, Winter und Frühling“ erzählt von einem Mönch, der gleich zwei Frühlinge im Jahr miterlebt. Auf der Berlinale wurde er mit dem Silbernen Bären für Regie ausgezeichnet. Der Film ist in gut sortierten Videotheken zu bekommen.

L wie Ledertreffen. Vor allem in Schöneberg ein regelmäßig zu Ostern stattfindender Treff von Menschen, die sich gern in Leder hüllen. Immerhin das größte Ereignis dieser Art in Europa. Also nicht wundern, wenn es in der Motzstraße auch tagsüber schwarz wird – und leise quietscht, bei jedem Schritt, sozusagen.

M wie Morgengrauen im Mauerpark – der einzige Zeitpunkt, zu dem man es dort aushält, sich die Vögel noch hervortrauen. Tagsüber, vor allem am Wochenende, ist hier eher Kirmes angesagt: Karaoke, Flohmarkt, Technomusik. Muss man mögen, aber immerhin wird das Spektakel schon in Reiseführern erwähnt.

N wie Nasenbären. Die stehen nicht in der allerersten Reihe der Publikumslieblinge im Zoo. Dabei ist ihr Niedlichkeitsfaktor hoch. Es lohnt sich also, mal wieder Zoo oder Tierpark zu besuchen und zu gucken, was es abseits von Löwen, Giraffen und Gorillas noch alles zu sehen gibt. Geöffnet ist täglich von 9 bis 19Uhr. Eintritt für Erwachsene 13 Euro, für Schüler, Studenten und Rentner 10 Euro und für Kinder bis 15 Jahre 6,50 Euro.

O wie Ohne Sorge. Das ist die Übersetzung des Parknamens „Sanssouci“ in Potsdam. Laut Tourismus Marketing hat die Haupt-Touristensaison gerade erst begonnen. Gäste aus China und den USA schauen sich den Park erfahrungsgemäß erst am dritten Tag ihrer Berlin-Reise an. Laut dieser Theorie müsste an Ostern also der Park noch den Berlinern gehören.

P wie Psst. Jetzt, wenn die Cafés und Kneipen wieder ihre Stühle und Bierbänke auf die Straßen stellen, kommt es regelmäßig zu Streit mit Anwohnern in allen Stadtteilen. Die Wirte müssen dann entweder ab 22 Uhr alle Stühle hineinräumen oder sie bitten die Gäste, leiser zu sein. Manchmal im Fünf-Minuten-Takt. Also vielleicht schon vorher: Psst. Weitere Informationen zur Rechtslage in Berlin: www.berlin.de/sen/umwelt.

Q wie Quälerei mit der Steuer. Der Frühling ist auch traditionell die Zeit, in der die Steuererklärungen gemacht werden müssen. Stichtag ist auch in diesem Jahr wieder der 31. Mai. Erstmals werden in diesem Jahr sämtliche Steuererklärungen nur noch über das Computerprogramm ELSTER abgewickelt. Die aktuelle Version gibt es hier: www.elster.de

R wie Rauchen. Im Winter hat es ja noch etwas, diese frierende Gemeinschaft der Raucher auf dem Balkon, dieses Zusammenrücken unterm Heizpilz. Aber spätestens in der Sommerhitze sorgen Zigaretten und der Gestank, den sie für Nichtraucher verbreiten, für schlechte Stimmung. Es soll schon zu handfestem Streit in Freisitzen im Prenzlauer Berg gekommen sein, weil eine Mutter ihr Kind beschützen wollte. Also lieber: Aufhören, solange noch Frühling ist. Zum Beispiel mit einem kostenlosen Online-Kurs der Freien Universität: www.stop-simply.de

S wie Sonnenbrillenflirt. Das ist eine Disziplin, die gar nicht so einfach ist. Man muss dem Gegenüber schließlich ohne die Augen begreiflich machen, dass Interesse für näheren Kontakt besteht. Die beiden dunklen Gläser „addieren Subtilität“, wie es Wissenschaftler ausdrücken. Alles bleibt noch geheimnisvoller und das Lächeln kann im Zweifelsfall auch jemand ganz anderem gelten. Die besten Adressen dafür sind das Café Schönbrunn im Volkspark Friedrichshain und der Schleusenkrug in Tiergarten.

T wie Tischtennis. Ist in den vergangenen Jahren ein cooler Sport geworden, der auch nachts in Kneipen gespielt wird. Am beliebtesten ist die chinesische Variante, an der mehrere Spieler teilnehmen können. Linke Hand: Bierflasche. Rechte Hand: Schläger. Zu sehen zum Beispiel im Café Schmittz, Gormannstr. 19 in Mitte. Wer lieber im Sonnenlicht spielt, kann das auf dem Helmholtzplatz (Prenzlauer Berg), im Monbijoupark in Mitte oder im Freizeitpark Tegel tun.

U wie „UBerlin“, oder auch „Überlin“, ein Lied der US-Band R.E.M., das ein Wortspiel aus „Über“ und „Berlin“ sein soll und gleichzeitig auch noch etwas mit der Berliner U-Bahn zu tun hat. Der Refrain (auf deutsch etwa: „Ich fliege auf einem Stern in einen Meteor hinein“) ergibt zwar wenig Sinn, aber die Melodie klingt dafür frühlingshaft leicht, wie schon vor 30 Jahren, als R.E.M. gegründet wurde. Das in Berlin aufgenommene Album ist gerade erschienen und heißt „Collapse into now“ und kostet zwischen 12 und 17 Euro.

V wie Verbrennen. Pünktlich zu Ostern werden überall in Berlin große Holzhaufen angezündet, die dann stundenlang die Wangen der Umstehenden röten. Zum Beispiel in Frohnau (Sonnabend ab 16 Uhr) im Britzer Garten (Sonnabend, ab 18 Uhr) oder in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg (Sonntag ab 19 Uhr).

W wie Weitblick. Den hat man in Berlin zum Beispiel auf dem Tempelhofer Feld, dem ehemaligen Airport. Dort weichen Inline-Skater Joggern aus, die wiederum Fahrradfahrern ausweichen, die flott um Spaziergänger herumkurven. Man kann sich aber auch einfach auf die Wiese legen und stundenlang und bewegungslos in den blauen Himmel starren. Aber die Öffnungszeiten im Auge behalten: im April von 6 bis 20.30 Uhr, im Mai von 6 bis 21.30 Uhr.

X wie das Kreuz auf der Schatzkarte. Wer diesen Schatz – meist eine kleine Metallkiste mit einem Buch darin – in Berlin heben will, muss unter Parkbänke schauen, in Baumhöhlen wühlen, alles mithilfe eines kleine Kastens, der die genaue Position anzeigt, ein GPS-Gerät. Diese Schatzsuche in der Stadt heißt „Geocaching“ und mehr Informationen zu diesem sehr ungewöhnlichen Hobby gibt es im Internet unter: www.geocaching-berlin.de.

Y wie Yoga im Park. Wem das nicht zu peinlich ist, der kann sich unter freiem Himmel auf traditionelle indische Art verrenken, am besten mit Gleichgesinnten und einer freundlichen Lehrerin. Zum Beispiel im YogaGarten in der Rummelsburger Bucht. Mehr Informationen gibt es dazu: www.yogagarten-berlin.de

Z wie Zeigen. Alle Berliner können sich im Frühling noch einmal genau überlegen, ob sie die Körperteile, die jetzt langsam wieder zwischen den Kleidungsstücken durchscheinen, wirklich jedem zeigen wollen. Wer noch bis zum Sommer nachbessern will, sollte gleich nach Ostern ins Fitnessstudio. Die drei bekanntesten Ketten in Berlin sind Elixia ( www.elixia.de ), McFit ( www.mcfit.de ) und Fitness First ( www.fitnessfirst.de ).