Ausflugsziel

Grunewaldturm - Gäste können wieder hoch hinaus

Ab Karfreitag steht einem Rundum-Ausblick von der Plattform des Grunewaldturms an der Havelchaussee nichts mehr im Wege. Das beliebte Ausflugsziel wurde aufwendig saniert, nachdem 2007 erhebliche Baumängeln festgestellt wurden.

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Björn Hansow ist erleichtert. Am morgigen Karfreitag öffnet nach dreieinhalb Jahren der Grunewaldturm in Charlottenburg-Wilmersdorf wieder. Die umfangreichen Sanierungsarbeiten sind, von Kleinigkeiten abgesehen, beendet. Hansow ist Gastronom. Er hatte im Jahr 2007 die Ausschreibung für das Restaurant im Grunewaldturm gewonnen und wird auch den Turm bewirtschaften. Im Oktober 2007 war das Wahrzeichen wegen erheblicher Gebäudemängel geschlossen worden. Jetzt ist alles denkmalgerecht erneuert: die Treppe im Turm, deren 204 Stufen zu einer fantastischen Aussicht über das grüne Berlin führen, genauso wie die Fassade. Die Turmkrone musste komplett abgetragen und neu aufgebaut werden. Auch die Aussichtsterrasse, die den Fernblick in alle Richtungen ermöglicht – bei schönem Wetter ist sogar der Fernsehturm auf dem Alexanderplatz zu erkennen – wurde neu hergerichtet.

„Mit dem Ende der Bauarbeiten geht eine ausgesprochen schwierige Zeit für uns endlich zu Ende“, sagt Hansow, der das Restaurant im Denkmal bereits im Oktober 2008 neu eröffnet hatte. Auch auf Wunsch der Behörden.

Nach dem Pächterwechsel sollte das Wahrzeichen nicht so lange leer stehen, um nach einigen Jahren so auszusehen wie der heruntergekommene Müggelturm. Zusammen mit seiner Frau Iwona und 21 fest angestellten Mitarbeitern – darunter fünf Köche und eine Konditorin – baut der 34 Jahre alte Chef auf die neue Saison: „Wir haben eine halbe Million Euro investiert. Vom Fußboden bis zur Decke ist alles neu.“

160 Quadratmeter Küche

Besonders stolz ist Hansow auf die 160 Quadratmeter große Küche, die nicht mehr im kühlen Turmsockel, sondern in einem nagelneuen Anbau liegt. Schließlich weiß Hansow als gelernter Koch, was gute Küche ist: „Wir legen Wert auf Frische und auf Qualität, deshalb ist unsere Karte auch nicht zu groß.“ Von Fernseh-Restauranttester Christian Rach, den der gebürtige Bremer schätzt, könne er kaum mehr lernen. Die Werbung aber, die könne er gebrauchen.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der das Denkmal gehört, hat in die Sanierung mehr investieren müssen als ursprünglich geplant war. Denn wie so oft bei alten Gemäuern tauchten während der Bauzeit immer neue Schäden auf. Die Gesamtsumme stieg von ursprünglich 438.000 Euro auf 1,5 Millionen Euro.

Der vergangenen Winter war für Restaurantchef Hansow besonders schwierig, denn ohne die Besichtigung des Grunewaldturms blieben auch die Reisebusse fern. Doch die lange Durststrecke ist jetzt beendet. Dort, wo der alte Pächter noch eine Minigolfanlage betrieb, hat Hansow Biertische aufgestellt. 600 Plätze bietet er. Jeden Sonntag, an diesem Wochenende auch Ostermontag, wird ab 12 Uhr Live-Musik gespielt. „Nicht zu laut, schließlich sind wir im EU-Naturschutzgebiet. Halli-Galli-Madonna brauchen wir hier nicht, die Leute sollen sich noch normal unterhalten können, aber eine sanfte Untermalung passt schon“, sagt Hansow. Auf der Terrasse des Restaurants haben 200 Gäste Platz, der Blick über die Havel – Schwanenwerder ist gut zu sehen, auch der Fernmeldeturm auf dem Schäferberg in Wannsee – ist inklusive.

Turmbesteigung kostet drei Euro

Für Ostern hat sich Hansow eine Extra-Speisenkarte einfallen lassen. Natürlich fehlt „Beelitzer Stangenspargel“ (mit Kartoffen und Katenschinken, 14,80 Euro) nicht. Für das Zanderfilet auf Champagnerkraut mit krossem Speck und glasierten Kerbelkartoffeln zahlt der Gast 17,90 Euro. Geöffnet ist täglich ab 10 Uhr. Für die Turmbesteigung zahlt der Besucher (ab 12 Jahre) drei Euro Eintritt. Ein Euro wird beim Verzehr im Restaurant oder Biergarten vergütet.

Der Grunewaldturm an der Havelchaussee 61 ist gut erreichbar mit dem Auto (180 Parkplätze), dem Rad, auch zu Fuß (Havelhöhenweg) sowie mit dem BVG-Traditionsbus 218 (vom ZOB zur Pfaueninsel). Weitere Informationen unter: www.restaurant-grunewaldturm.de