Wasserqualität

Verwaltung rät vom Baden in der Unterhavel ab

An zwei Badestellen sollten die Berliner an diesem Wochenende lieber nicht schwimmen. Es sind zu viele Fäkalien im Wasser. Die Berliner CDU fordert ein generelles Badeverbot für Hunde.

Baden nicht empfehlenswert. Zu diesem Urteil kommt die Senatsverwaltung für Gesundheit-, Umwelt und Verbraucherschutz erneut. Die Wasserqualität an zwei Berliner Badestellen ist nach jüngsten Messungen so schlecht, dass am erwartet sonnigen Wochenende vom Schwimmen abgeraten wird. Betroffen sind zwei Abschnitte der Unterhavel, am Grunewaldturm in Charlottenburg-Wilmersdorf und an der „Kleinen Badewiese“ in Spandau. In beiden Fällen fanden die Prüfer eine Konzentration von Fäkalkeimen, die über den EU-Grenzwerten lag. Im Sommer gelangen die sogenannten „coliformen Bakterien“ oft nach ausgiebigen Regenfällen in die Gewässer. Wie lange an der Unterhavel vom Baden abgeraten wird, ist offen. Nachuntersuchungen sind nach Angaben der Senatsverwaltung eingeleitet. An allen anderen Berliner Badestellen ist die Wasserqualität derzeit hervorragend bis gut.

Erst vor zehn Tagen hatte eine erhöhte Belastung mit Fäkalbakterien im Schlachtensee für Schlagzeilen gesorgt. Angesichts der erneuten Warnmeldung fordert die Berliner CDU nun ein generelles Badeverbot für Hunde in allen Berliner Badegewässern. Es soll zeitlich befristet vom 1. Mai bis 30. September gelten. „Die neuerlichen Hinweise der Behörden über teilweise gesundheitsschädigende Wasserqualitäten einiger Berliner Seen aufgrund Verunreinigungen durch Fäkalien müssen endlich konsequent beantwortet werden“, sagt Cornelia Seibeld, verbraucherpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. Offenbar werde das bestehende Badeverbot für Hunde an von Menschen genutzten Badestellen immer häufiger missachtet. Deshalb könne nur ein uneingeschränktes Verbot Abhilfe schaffen. Die CDU-Fraktion beabsichtigt in Kürze einen Antrag zur Änderung des Hundegesetzes ins Parlament einzubringen.

Norbert Kopp (CDU), Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, hält das generelle Hundebadeverbot „für völlig überzogen und nicht zu Ende gedacht“. Das Badeverbot laufe ins Leere, weil zum Beispiel das Nordufer des Schlachtensees Hundeauslaufgebiet sei, sagt Kopp. Ohnehin habe der Bezirk aufgrund der Konflikte zwischen Badegästen und Hundehaltern beschlossen, an vier Badestellen – davon zwei am Schlachtensee und zwei an der Krummen Lanke – den Aufenthalt und das Baden von Hunden zu verbieten. Die Schilder dafür seien bereits in Auftrag gegeben.