Berliner Ladenschluss

Händler im Hauptbahnhof sollen Strafgeld zahlen

Weil sie sonntags ihre Geschäfte öffnen, obwohl sie keinen Reisebedarf verkaufen, haben 16 der 80 Ladeninhaber im Berliner Hauptbahnhof Bußgeldbescheide erhalten. Sie sehen ein Strafgeld von einigen Tausend Euro je Arbeitnehmer vor.

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Wegen Verstöße gegen die Sonntagsregelung sind an 16 der 80 Läden im Berliner Hauptbahnhof Bußgeldbescheide verschickt worden. Sie seien aber noch nicht rechtskräftig, sagte ein Sprecher des Landesamtes für Arbeitsschutz am Mittwoch.

Grund sei, dass Angestellte sonntags in Geschäften eingesetzt würden, deren Sortiment an diesem Tag aber nicht verkauft werden dürfe. Nach Beschwerden hatte die Behörde insgesamt 55 Läden in den Passagen der Station genauer untersucht. Die Bescheide sehen Bußgeld von einigen tausend Euro je Arbeitnehmer vor. Die Geschäfte können weiterhin verkaufen. Die Läden im Hauptbahnhof öffnen täglich von 8 bis 22 Uhr.

Verbraucherschutzsenatorin Katrin Lompscher (Linke) hatte Mitte September darauf verwiesen, dass „konkrete Beschwerden“ Anlass für die Kontrollen gewesen seien. Auf Bahnhöfen dürften sonntags nur Geschäfte öffnen, die Reisebedarf anbieten. Die Bahn argumentiert, der vor drei Jahren eröffnete Hauptbahnhof am Regierungsviertel sei auch ein Ort für Touristen und ein Wahrzeichen der Hauptstadt geworden. Daher sollten wie am Flughafen Tegel Ausnahmeregeln gelten.