Berliner Zoo

Elefantenkuh Shaina Pali stirbt an Herzversagen

Ein neuer Todesfall im Zoo schreckt die Berliner auf. Die erst fünf Jahre alte Elefantenkuh Shaina Pali ist überraschend gestorben - vermutlich an einer Virusinfektion.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Schon wieder ein neuer Todesfall im Zoo: Zweieinhalb Wochen nach dem Tod von Eisbär Knut ist die fünf Jahre alte Elefantenkuh Shaina Pali gestorben. Am Dienstagmorgen fand ein Pfleger das Tier tot im Stall. Es starb an Herzversagen. Auslöser war ein Virus – allerdings ein ganz anderer als bei Knut. „Eine Herpes-Infektion ist fast sicher“, sagte Tierarzt und Kurator Andreas Ochs am Dienstag.

Der Kadaver wird im Institut für Tierpathologie der Freien Universität untersucht. Es ist der dritte Todesfall dieser Art unter den asiatischen Elefanten im Zoo. Im Jahr 2000 starb Kiri, der Bruder von Shaina Pali, mit neun Monaten an den Folgen einer Herpesinfektion, zuvor im Jahr 1998 Kiris Vater Kiba, der elf Jahre alt wurde. Kiri wurde ausgestopft und ist im Naturkundemuseum zu sehen.

Im toten Körper der Elefantenkuh haben die Fachleute viele kleine, punktförmige Blutungen unter der Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt und in der Herzmuskulatur gefunden. „Man würde nie vermuten, dass sie einen Elefanten umbringen“, sagte Ochs. Das Virus habe sich rasend schnell im Blut des Dickhäuters ausgebreitet, Zellen zerplatzten. „Das Immunsystem konnte nichts mehr dagegen unternehmen.“ Anzeichen einer Erkrankung waren dem Tier nicht anzumerken. Shaina Pali sei umhergelaufen und habe gebadet, so Ochs. „Am Montag stellte der Pfleger dann eine leichte Müdigkeit bei ihr fest.“ Deshalb sollte am Dienstag Blut für eine Untersuchung abgenommen werden. Zu spät für Shaina Pali.

Sorge um Ko Raya

Die besondere Sorge im Zoo gilt jetzt der jüngsten Elefantenkuh in der Herde, Ko Raya. Noch vor wenigen Tagen planschte sie mit ihrer Schwester Shaina Pali im Wasser. Die Zweijährige soll nicht das gleiche Schicksal erleiden wie ihre älteren Geschwister. „Sie ist leider noch zu klein für regelmäßige Blutabnahmen“, sagte Kurator Ochs. Deshalb werde täglich eine Kotprobe untersucht.

Asiatische Elefanten sind weltweit durch das Herpesvirus gefährdet. „Die Infektion gilt als Damoklesschwert für diese Tiere“, so Ochs. Ihr Immunsystem komme nicht mit dem Virus zurecht. „Wie der Erreger übertragen wird und was zu seiner schnellen Vermehrung führt, ist bis heute nicht klar.“ Stress komme generell als Auslöser infrage, dies könne jedoch nicht für Shaina Pali gelten. „Das ist eine harmonische Elefantengruppe im Zoo, ich kenne sie seit Jahren“, sagte Ochs. Diskutiert wird auch eine andere Ursache. Möglicherweise übertragen afrikanische Elefanten, die resistent sind, den Erreger auf die asiatischen Elefanten. Das könnte zum Beispiel bei Kiba der Fall gewesen sein, der erst ein Jahr vor seinem Tod nach Berlin kam. Zuvor lebte er im texanischen Houston in einem Zoo, wo afrikanische und asiatische Elefanten gehalten werden. Dort habe es mehrere Todesfällen gegeben, sagte Ochs.

Seit 2001 wird die Elefantenherde im Zoo jedes halbe Jahr geimpft. Der Impfstoff enthalte eine Suspension mit Leberzellen des verstorbenen Kiri, so Ochs. „Bei allen Elefanten haben wir eine Zunahme der Antikörper festgestellt.“ 100-prozentige Sicherheit gebe die Impfung aber nicht. „Viren verändern sich.“