Städte-Ranking

Berlin ist Deutschlands beste Sportstadt

Leichtathletik-WM oder Marathon - in Deutschland ist Berlin als Sportstadt konkurrenzlos. Das geht aus einer neuen Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts hervor. Auch weltweit ist Berlin in Sachen Sport spitze: Nur Melbourne in Australien wird international besser bewertet.

Foto: ddp

Berlin ist bei der Verleihung der „Sport Event Management Awards 2009“ in London als weltweit zweitbeste Sportstadt der Welt ausgezeichnet worden – hinter Melbourne (Australien) und vor der Hauptstadt von Katar, Doha. Die Preisverleihung wird jährlich durch das Sportberatungsunternehmen Sportbusiness Group ausgerichtet. Eine der insgesamt zehn Preiskategorien ist dabei die Sportstadt des Jahres.

Berlin hatte bereits im Vorjahr bei der Veranstaltung durch Sportbusiness den dritten Preis hinter Manchester und Melbourne erhalten. Die Jury würdigte die Infrastruktur für große Sportereignisse wie zuletzt die Leichtathletik-WM und den alljährlich stattfindenden Marathon, der weltweit Aufmerksamkeit für Berlin erzeugt.

Hamburg und München folgen

Deutschlandweit ist Berlin als Sportstadt konkurrenzlos. Das hat auch das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) in seinem dritten Sportstädteranking festgestellt, das der Morgenpost Online exklusiv vorliegt.

Berlin hatte darin vor einem Jahr den Sprung vom vierten auf den ersten Platz geschafft und hat diesen Platz nun im nationalen Vergleich sicher vor dem neuen Zweiten Hamburg sowie München (Sieger 2007) und Stuttgart verteidigt. In den beiden Kategorien Sportevents und Infrastruktur ist Berlin bundesweit so weit führend, dass der dritte Platz im Profisport und der 13. Platz im Breitensport locker kompensiert werden konnte.

Insgesamt untersuchte das HWWI wie schon in den beiden Vorjahren die nach Einwohnerzahlen 15 größten deutschen Städte. Bei den großen Sportveranstaltungen wurden die Ereignisse dieses Jahres doppelt und die des Vorjahres nur noch einfach gewertet. Zudem gab es eine Gewichtung sowohl nach sportlicher Bedeutung des Events wie auch nach Bedeutung der Sportart. Daher spielte die Leichtathletik-WM in diesem Jahr im Olympiastadion neben den anderen, regelmäßigen Top-Ereignissen wie dem Marathon eine entscheidende Rolle.

In der Kategorie Infrastruktur gingen in die Wertung die Kapazitäten des jeweils größten Stadions der Stadt, der beiden größten Hallen, die Zahl der Sportstätten und Fitness-Clubs in Relation zur Bevölkerung und die Olympiastützpunkte und weiteren Leistungszentren für den Spitzensport ein. Berlin ist hier traditionell gut aufgestellt, was auch 20 Jahre nach dem Mauerfall geschichtliche Gründe hat. „In Berlin ist in Zeiten der Teilung alles quasi zweimal aufgebaut worden und zählt jetzt eben für eine Stadt“, sagt der Autor des Rankings, Henning Vöpel.

Historische Gründe hat zweifelsohne auch das schwache Abschneiden der Hauptstadt in der Kategorie Breitensport aufgrund der kaum vorhandenen Vereinsstrukturen im ehemaligen Ost-Teil der Stadt. Hinzu kommt, dass es in keiner anderen deutschen Stadt in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen derartige Bevölkerungs-Fluktuation gegeben hat. Wobei gerade die Neu-Berliner eher jüngeren Generationen angehören, die nicht mehr in dem Maß wie Ältere den Weg in den traditionellen Sportverein finden, wenn sie sich körperlich betätigen wollen.

"In Zukunft werden die Vereine flexibel auf die Bedürfnisse eragieren müssen. Viele wollen heute spontan und unkompliziert Sport treiben und auch verschiedene Sportarten ausprobieren“, sagt Vöpel. Berlin biete im öffentlichen Raum mehr Sport-Angebote als andere Städte wie beispielsweise auch Hamburg, sagt Vöpel.

Zuletzt hatte der Präsident des Landessportbundes (LSB), Klaus Böger, angekündigt, dass sich der Sportbund sogar noch vermehrt für öffentliche Sportstätten einsetzen werde. Bereits 60 Prozent der sportlichen Aktivitäten in Berlin finden außerhalb von Vereinen statt. Der Sportbund werde sich dafür einsetzen, dass Brachflächen wie am Gleisdreieck oder am Flughafen Tempelhof auch für allgemeine Sportaktivitäten genutzt werden können.

In der Kategorie Profisport gingen internationale und nationale Erfolge sowie die Etats der Profi-Mannschaften im Fußball (Erste, Zweite und Dritte Liga), Handball, Eishockey und Basketball (jeweils Erste Liga) in der Wertung der HWWI-Studie ein. Für Berlin spricht hier die bundesweit größte Vielfalt. Ein Abstieg des krisengeschüttelten Fußballbundesligisten Hertha BSC und die damit verbundene Etat-Kürzung hätte daher auch für das Ranking der Sportstadt Berlin fatale Folgen.