Fünf-Sterne-Haus

Interconti-Gruppe gibt Hotel am Berliner Zoo auf

Das Hotel "Intercontinental Berlin" an der Budapester Straße in Tiergarten wird ab 1. April einen anderen Namen tragen. Der langjährige Betreiber des 5-Sterne-Hauses, die Interconti-Gruppe, zieht sich aus Berlin zurück.

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An der Budapester Straße in Tiergarten sind die Bauarbeiter schon dabei, den leuchtenden Schriftzug „InterContinental Berlin“ auf dem Dach des Hochhauses abzumontieren. Auf der Internetseite des Hotels findet sich dazu nur die knappe Nachricht: „Dieses Hotel wird ab dem 1. April 2011 nicht mehr unter dem Namen InterContinental Berlin geführt.“ Doch wie das Fünf-Sterne-Haus, in dem in den vergangenen drei Jahrzehnten unzählige Staatsgäste, Prominente und Konzernchefs logierten, ab kommenden Freitag heißen wird, ist noch völlig offen.

Das Gebäude mit fast 600 Gästezimmern gehört einem Immobilienfonds, der es an die Neue Dorint GmbH verpachtet hat. Zwischen ihr und der Interconti-Gruppe gibt es Streit. Zum 31. März habe man die Management-Verträge mit der Neuen Dorint GmbH gekündigt, sagte Robert Herr, General Manager des Intercontinental Berlin.

Hintergrund ist ein Zerwürfnis zwischen dem Hotel-Betreiber, der britischen InterContinental Hotels Group, und dem Pächter des Hauses, der Dorint-Gruppe. Nach Informationen aus der Hotelbranche soll es bei den Rechtsstreitigkeiten um zweistellige Millionenbeträge gehen. Betroffen sind dabei auch die Interconti-Häuser in Köln und Düsseldorf.

Wie es mit dem Traditionshaus weiter gehen soll, das will die Neue Dorint GmbH erst am Freitag verraten. „Gerüchte, wonach wir das Hotel selbst betreiben wollen, sind definitiv falsch“, so Dorint-Sprecher Kaspar Müller-Bringmann. Die rund 360 Mitarbeiter des Hauses könnten jedoch beruhigt sein: „Alle Mitarbeiter sind unsere Angestellten, der Betrieb wird ohne Unterbrechung weitergeführt.“ Allerdings wolle man Haus nicht dauerhaft selbst betreiben: „Wir sind kein Global-Player, deshalb sind wir mit namhaften internationalen Hotelketten in Verhandlung“, so Müller-Bringmann. Ebenfalls am kommenden Freitag werde man auch die Mitarbeiter zu einer Versammlung einladen, und sie über den anstehenden Betreiberwechsel informieren.

Für Robert Herr, der erst im September 2010 die Nachfolge des langjährigen Interconti-Chefs Willy Weiland antrat, heißt es nun schon wieder Abschiednehmen. „Das fällt mir nicht leicht“, gesteht der nur noch für zwei Tage amtierende General Manager, der zuvor das InterContinental in Prag geleitet hatte. Er werde nun andere Aufgaben innerhalb des Unternehmens übernehmen.