Erzbistum Berlin

Charlottenburg ist erste Wahl für Papst-Messe

Das Erzbistum Berlin favorisiert nach eigenen Angaben das Schloss Charlottenburg als Ort für den Gottesdienst von Papst Benedikt XVI. am 22. September.

Für die Papstmesse am 22. September in Berlin ist der Vorplatz des Schlosses Charlottenburg weiter erste Wahl. Wenn bis zu 40.000 Besucher zu erwarten seien, sei dies die bevorzugte Lösung, sagte Weihbischof Matthias Heinrich am Freitag in Berlin. Dort könnte der Gottesdienst auch auf Großbildleinwände übertragen werden. Bereits vor 21 Jahren wurde der 90. Katholikentag in Berlin auf diesem Platz eröffnet.

Das Olympiastadion bleibt als möglicher Ort aber weiterhin im Gespräch, wie der Diözesanadministrator des Erzbistums Berlin betonte. Dort gebe es rund 74.000 Sitzplätze, die angrenzende Waldbühne böte alternativ Platz für 20.000 Menschen. Heinrich betonte, in den kommenden Wochen sei noch zu sondieren, mit wie vielen Besuchern aus dem Ausland zu rechnen sei. Zudem müssten die Sicherheitsvorkehrungen berücksichtigt werden. Für das Erzbistum sei es aber „keine Glaubensfrage“, wo der Gottesdienst letztlich stattfinde.

Zu Beginn seines Deutschland-Besuchs vom 22. bis 25. September wird Benedikt XVI. zunächst von Bundespräsident Christian Wulff empfangen. Vorgesehen ist auch ein Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie eine Rede des Papstes im Bundestag. Ebenfalls geplant sind Begegnungen mit Vertretern von Judentum und Islam. Zudem soll sich der Papst in das Goldene Buch der Stadt eintragen. Benedikt XVI. wird in Berlin auch das „Papamobil“ nutzen, allerdings nur für kurze Strecken. Nach Angaben Heinrichs gibt es auch eine Initiative für eine nächtliche Andacht von Jugendlichen. Wegen des vollen Programms finde diese Jugendvigil aber möglicherweise ohne den Papst am Vorabend des Besuchs statt.

Wie viele Nächte Benedikt XVI. in der Apostolischen Nuntiatur verbringen werde, sei unter anderem wegen seines Wunsches nach einer ausgedehnteren ökumenischen Begegnung als bislang geplant noch unklar, erläuterte der Weihbischof. Dort würden notwendige Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Der Papst scheue diesen Ort in Berlin-Neukölln an der Grenze zu Kreuzberg nicht, obwohl schwul-lesbische Verbände dort bereits Gegendemonstrationen angekündigt hätten. „Der Papst wird sich nicht verstecken“, so Heinrich.

Der Weihbischof kündigte weiter an, das Erzbistum werde den Besuch geistlich vorbereiten. Dafür eigne sich etwa der 10. April. In den Sonntagsgottesdiensten werde in den Gemeinden der Papstwahl Benedikt XVI. vor sechs Jahren gedacht. Auch die Gottesdienste zur Seligsprechung Papst Johannes Paul II. am 1. Mai seien Anlass, sich auf den Papstbesuch einzustimmen.

Heinrich äußerte die Hoffnung, dass Benedikt XVI. bis zum Sommer einen Nachfolger für den zurückgetretenen, schwer kranken Georg Kardinal Sterzinsky ernennt. Der neue Erzbischof könnte dann noch vor dem Papstbesuch geweiht werden und das katholische Oberhaupt am 22. September empfangen.

Im Erzbistum Berlin leben rund 390.000 Katholiken, mehr als ein Viertel von ihnen ist nicht-deutscher Muttersprache. Die größten Gruppen stellen Katholiken aus Polen, Kroatien und Italien. Papst Johannes Paul II. hatte Berlin 1996 einen Besuch abgestattet.