Gestohlene Kunst

Muche-Gemälde für 2,5 Millionen in Berlin entdeckt

In einem Berliner Leihhaus wurde ein wertvoller Fund gemacht: Die Polizei entdeckte eine einmalige Gemäldesammlung des Bauhaus-Künstlers Georg Muche. Die 140 Bilder haben einen Wert von rund 2,5 Millionen Euro.

Ein 79-jähriger Mann aus dem Kreis Fulda hatte die 140 Werke des Bauhaus-Künstlers Georg Muche (1895-1987) vor gut einem halben Jahr „verkauft“ und war dabei einem Betrüger auf den Leim gegangen. Wie die Polizei in Fulda am Donnerstag berichtete, bekam der Sammler – anders als vereinbart – keinen Cent für seine Schätze.

Stattdessen brachte der Gauner die Bilder nach Berlin, wo die Polizei sie im Februar buchstäblich in letzter Minute vor einem möglichen Verkauf retten konnte. Die 140 Bilder sind den Angaben zufolge die weltweit größte Sammlung von Muche-Werken. Sie seien in gutem Zustand wieder an den 79-Jährigen zurückgegangen, hieß es. Der 62 Jahre alte Täter aus dem niedersächsischen Hildesheim, der schon einmal wegen Betrugs im Gefängnis war, wurde vorübergehend festgenommen. Ihm droht erneut eine Verurteilung wegen Betrugs.

Wie der 79-Jährige auf den angeblichen Käufer seiner Sammlung stieß, sagte die Polizei nicht. Die beiden Männer seien sich jedoch scheinbar handelseinig gewesen und zur Begutachtung der Sammlung und der Finanzierung des Kaufpreises gemeinsam nach Wien gereist. Dabei hatten sie die komplette Sammlung im Gepäck.

Als die vorgetäuschte Finanzierung platzte, fuhren die beiden älteren Herren mit den Bildern zurück. Während der Rückfahrt überredete der 62-Jährige den vertrauensseligen Älteren, ihm die Sammlung schon mal zu überlassen und sagte ihm baldige Bezahlung zu.

Den vereinbarten Preis bezahlte der Betrüger jedoch nie und brachte die Sammlung stattdessen in das Berliner Leihhaus. Dafür bekam er 60.000 Euro, die er in den Wochen darauf nach Polizeiangaben verprasste. Den eigentlichen Eigentümer und dessen Anwälte vertröstete der 62-Jährige immer wieder und schlug ihm schließlich sogar vor, ihm die Sammlung gegen 60.000 Euro zurückzugeben.

Dem Fuldaer Betrugskommissariat gelang es mit Hilfe seiner Berliner Kollegen, das Leihhaus ausfindig zu machen und den Betrüger in der zweiten Februarwoche vorübergehend festzunehmen – etwa 24 Stunden bevor die Leihfrist endete und die Bilder verkauft werden konnten. Der 79-Jährige erhielt die Bilder zurück, allerdings nicht kostenlos, da das Leihhaus sie „in guter Absicht“ erworben habe. Zu dem Preis wollte die Polizei keine Angaben machen.