Prozess

Gefälschte Kirchner-Werke im Internet verkauft

Wegen der Vermarktung von vermeintlichen Originalwerken des deutschen Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner und anderer Maler sitzt seit Dienstag ein freischaffender Künstler in Berlin auf der Anklagebank.

Der 28-jährige Mann aus Rinteln in Niedersachsen hat den Vorwurf des Betruges im Prozess vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten bestritten. Im Internet soll der Angeklagte zwischen Juni 2004 und April 2005 über ein Internetauktionshaus insgesamt 12 Werke von Kirchner, dem französischen Maler Paul Cezanne und dem Italiener Amedeo Modigliani verkauft haben. Bei den Käufern soll der Eindruck erweckt worden sein, es handele sich um echte Werke der verstorbenen Künstler. Die Zeichnungen sollen mit gefälschten Stempeln oder Namenszügen versehen worden sein. Für die teuerste Fälschung soll der gebürtige Sachse mehr als 4000 Euro kassiert haben.

Der Freischaffende betonte, er habe keineswegs die Echtheit der Werke garantiert, sondern Spekulationsobjekte angeboten. In der Beschreibung habe er erklärt, „er gehe davon aus, dass die Werke echt sein könnten, er sei aber nicht sicher“. Die Kunstgegenstände seien ab einem Euro zu ersteigern gewesen. Der 28-Jährige war eigenen Angaben nach damals im Kunsthandel tätig. Er habe jedem Käufer, der sich gemeldet hat, das Geld zurückgezahlt.