Bauarbeiten

Lange Umsteigewege für Fahrgäste am Ostkreuz

Der Umbau des Bahnhofs Ostkreuz zum modernen Verkehrsknoten für den S-Bahn- und Regionalverkehr sorgt von diesen Montag an für lange Umsteigewege. Eine gute Nachricht gibt es aber für S-Bahn-Kunden auf dem südlichen Abschnitt der Linie S1.

Für mindestens einen Monat wird am Bahnhof Ostkreuz der nördliche Ausgang des Ringbahnsteigs geschlossen. Wer aus den angrenzenden Wohnvierteln von Friedrichshain und Lichtenberg zur Bahn will, muss den Umweg über die provisorische Fußgängerbrücke zwischen Sonntagstraße und Markgrafendamm und einen der Stadtbahnsteige wählen. Voraussichtlich am 10. Dezember soll der Zugang wieder freigegeben werden.

Nötig wird die Sperrung nach Angaben der Bahn, weil in den kommenden Tagen die Aufstellfläche für einen mächtigen Raupenkran am Ostkreuz vorbereitet wird. Die tonnenschwere Maschine ist sichtbares Zeichen des Baufortschritts. Mit ihrer Hilfe sollen von Ende November an die Brückenteile für den endgültigen Bahnsteig der Ringbahn eingeschoben werden. Bislang halten die S-Bahnen noch am künftigen Perron für Regionalzüge.

Bis Ende Januar soll die neue Plattform fertig sein, verspricht Projektleiter Mario Wand. 2012 sollen dort die ersten Züge halten. 1290 Tonnen Stahl und Beton werden Stück für Stück zusammengefügt. Und auch für die Fahrgäste wird es mit Beginn der eigentlichen Montagearbeiten am 26. November weitere Einschränkungen geben, teilt die Bahn mit. Sie sollen bis zum 24.Januar dauern. Über die konkreten Fahrplan-Änderungen will das Unternehmen rechtzeitig informieren.

Nach der Fertigstellung des neuen Ringbahnsteigs beginnt dann die nächste große Etappe am Ostkreuz. Bis 2016 sollen auch die runderneuerten Stadtbahnsteige und vor allem das Dach über der Ringbahn fertig sein. Die Gesamtkosten für die Sanierung des maroden Bahnhofs belaufen sich auf 411 Millionen Euro.

Hilfsbrücke in Zehlendorf

Entlastung gibt es hingegen bald für die S-Bahn-Fahrgäste auf dem südlichen Abschnitt der Linie S1 (Wannsee-Oranienburg). In einer Woche sollen die Züge wieder planmäßig fahren. Der Verkehr ist seit mehr als zwei Monaten gestört, weil ein Lkw am 1. September die S-Bahnbrücke über den Teltower Damm am Bahnhof Zehlendorf gerammt und irreparabel beschädigt hatte. Seitdem steht in Zehlendorf nur ein Gleis zur Verfügung, Fahrgäste in Richtung Süden müssen umsteigen, die Fahrt dauert zehn Minuten länger. Für Verbesserung sorgt jetzt eine Hilfsbrücke.

Von Freitag an wird das Provisorium eingebaut. Das führt kurzfristig zu weiteren Einschränkungen im Verkehr. Bis Betriebsbeginn am Montag, 15. November, fahren die Züge der Linie S1 zwischen den Stationen Zehlendorf und Wannsee nur eingleisig alle 20 Minuten. In der Nacht vom 13. auf den 14. November von 22 Uhr bis 6 Uhr fahren zwischen Sundgauer Straße und Rathaus Zehlendorf Ersatzbusse. Während des Bauwochenendes ist auch der Teltower Damm in Höhe des S-Bahnhofs Zehlendorf komplett gesperrt.