Berlin-Brandenburg

Zwei Schüler werden ins Krankenhaus geprügelt

In Berlin und Brandenburg sind erneut Jungen krankenhausreif geprügelt worden. Drei Jugendliche schlugen in Berlin-Reinickendorf auf einen 13-Jährigen ein. Nachdem vier Sechstklässler einen Mitschüler in Luckenwalde zusammengeschlagen haben, ermittelt zudem nun die Staatsanwaltschaft.

In der Rütlistraße in Berlin-Reinickendorf ist am Mittwochnachmittag ein 13-jähriger Junge von zwei Jugendlichen verprügelt worden. Die unbekannten Täter schlugen und traten auf den 13-Jährigen so stark ein, dass er zur stationären Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Das Opfer war gegen 18 Uhr mit zwei weiteren 13-Jährigen unterwegs. Die Kinder gaben an, dass einer der Jugendlichen dem 13-Jährigen plötzlich einen Schlag gegen den Nacken gab und weiterlief, kurz darauf jedoch mit zwei weiteren Jugendlichen zurückkam. Zwei von ihnen brachten den Jungen dann zu Boden, traten mehrfach auf ihn ein und schlugen ihn. Gegen die Freunde des 13-Jährigen wendeten die Angreifer keine Gewalt an. Der verletzte Junge kam mit einem geschwollenen Jochbein und Schmerzen an Kopf, Brust und Rücken in ein Krankenhaus, wo er zur Beobachtung stationär aufgenommen wurde.

Nach einem brutalen Übergriff auf einen zwölfjährigen Jungen an einer Luckenwalder Schule prüft die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen das Schulpersonal. Gegenstand der Überprüfung sei, ob von Seiten des Schulpersonals eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorliege, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam, Ralf Roggenbuck.

Der Sechstklässler war vor rund einer Woche auf dem Pausenhof von vier Mitschülern seiner Klassenstufe auf dem Schulhof verprügelt worden. Einem Bericht der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ zufolge erlitt der Junge ein Schädel-Hirn-Trauma und Prellungen am ganzen Körper. Zudem habe er eine Verletzung am Auge und werde möglicherweise sein Augenlicht einbüßen, zitiert die Zeitung die Mutter des Jungen. Er werde nun in einer Berliner Augenklinik weiterbehandelt. Laut Polizeisprecherin konnte der Junge noch nicht befragt werden. „Wir warten noch ab“, sagte sie.

Die Mutter des Jungen sagte der Zeitung, ihr Sohn werde schon seit drei Jahren an der Schule drangsaliert, verprügelt, eingesperrt, ihm sei der Arm eingeklemmt worden und man habe ihn vom Fahrrad gestoßen, heißt es in der Märkischen Allgemeinen. Die Mutter erhob Vorwürfe gegen die Schule: "Lehrer haben weggeschaut." Die Polizei sei nach dem jüngsten Vorfall erst auf ihr Drängen gerufen worden.

Laut Roggenbuck liegt nun eine Anzeige gegen die mutmaßlichen Täter vor. Da diese aber noch unter 14 Jahre alt seien, seien sie noch nicht strafunmündig. Die Tatverdächtigen wurden aber am Donnerstag von der Schule verwiesen. Das habe die Lehrerkonferenz entschieden, sagte der Sprecher des Bildungsministeriums, Stephan Breiding.

Im Zusammenhang mit der Prüfung der Verletzung der Aufsichtspflicht werde auch auf den Vorwurf der Mutter eingegangen, ihr Sohn sei bereits in der Vergangenheit mehrmals Opfer von Gewalt in der Schule gewesen, sagte Roggenbuck.

Ministeriumssprecher Breiding, bezeichnete den Vorfall als inakzeptabel. Die zeitlichen Abläufe würden derzeit genau zurückverfolgt. Ob es Versäumnisse der Lehrer gebe, müsse aufgeklärt werden.

Der CDU-Politiker Sven Petke forderte im Rechtsausschuss des Landtags am Donnerstag Maßnahmen des Jugendamtes gegen die mutmaßlichen Täter. Der Staat müsse „ein starkes Zeichen setzen“, forderte der Ausschussvorsitzende. Der jugendpolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Krause, appellierte, sich nicht nur auf Konsequenzen gegenüber den Tätern zu beschränken. Es müsse nach den tieferen Ursachen geforscht werden.