Findelkind

Säugling vor Berliner Wohnhaus ausgesetzt

Vor einem Einfamilienhaus am Gronauer Weg in Lichterfelde ist am Abend ein Säugling gefunden worden. Ein Anwohner entdeckte den Jungen rechtzeitig, das Baby wird nun in einem Krankenhaus versorgt. Die Mutter soll dem Kind nach Informationen von Morgenpost Online einen Zettel beigelegt haben.

Foto: Steffen Pletl

Am Dienstagabend gegen 18.50 Uhr ist vor einem Einfamilienhaus am Gronauer Weg im Stadtteil Lichterfelde (Steglitz-Zehlendorf) ein Säugling abgelegt und von einem Anwohner der Reihenhaussiedlung rechtzeitig entdeckt worden.

An dem Haus war geklingelt worden. Als ein Bewohner öffnete, fand er den Säugling und alarmierte die Feuerwehr. Das Kind wird jetzt in der Charité Campus Benjamin Franklin in Steglitz behandelt. Der kleine Junge war nach Informationen von Morgenpost Online in eine Wolldecke gewickelt, ihm soll es den Umständen entsprechend gut gehen. Lebensgefahr besteht nicht.

Das Kind soll nach Informationen von Morgenpost Online erst kürzlich entbunden worden sein. Die bislang noch unbekannte Mutter soll dem Baby einen Zettel beigelegt haben, auf dem sinngemäß stand, sie sei nicht in der Lage, sich um den Jungen zu kümmern. Der Finder solle ihn retten.

Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen, sagte Polizeisprecher Martin Otter. Es sei nicht auszuschließen, dass das Kind gezielt vor dem Haus ausgesetzt wurde, weil die Mutter dort „kinderliebe Menschen“ vermutete. Der Fundort befindet sich südlich der sogenannten Thermometersiedlung in Lichterfelde.

Ein ähnlicher Fall hatte sich Anfang 2007 in Zehelndorf ereignet. Damals war ein erst ein Tag alter Junge an einer Bushaltestelle am Teltower Damm in einer roten Stofftasche abgelegt worden. Der Säugling trug einen Strampelanzug und war in eine Wolldecke gewickelt. Einem Anwohner, der seinen Hund ausgeführt hatte, war die Tasche auf der Sitzbank eines Buswartehäuschens aufgefallen. In der Tasche wurde ein Zettel gefunden, auf dem per Hand geschrieben stand: „Moritz, geboren am 27. Januar, 14 Uhr.“ Das unversehrte Baby kam vier Tage später in die Obhut einer Pflegefamilie, die leibliche Mutter blieb trotz aufwendiger Ermittlungen der Polizei verschwunden.