Zoo-Finanzierung

CDU nennt Streichung der Zoo-Zuschüsse unseriös

Der Senat plant, die Zuschüsse für den Zoo, der zuletzt dank Knut viel Geld eingenommen hat, zu streichen. Die CDU will die Streichung verhindern. Zuschüsse sicherten auch erschwingliche Eintrittspreise, heißt es.

Der vom Senat geplante Stopp der Zuschüsse an den Zoologischen Garten Berlin stößt auf Widerstand. Die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus lehnt die von 2012 an vorgesehene Streichung der Steuergelder von rund zwei Millionen Euro pro Jahr ab.

Der CDU-Haushaltsexperte Gregor Hoffmann forderte den Senat am Donnerstag auf, die Finanzierung von Zoo und Tierpark Friedrichsfelde gleichermaßen zu sichern. Die Finanzverwaltung hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass es dem Zoo wirtschaftlich so gut gehe, dass auf die Zahlungen künftig verzichtet werden könne. Die Tierpark GmbH solle dagegen auch in den Jahren ab 2012 auf eine institutionelle Förderung aus dem Landeshaushalt bauen können. Aktuell wird der Zoo mit knapp zwei Millionen Euro jährlich subventioniert, der Tierpark erhält rund 6,4 Millionen Euro. Vom Zoo Berlin war zunächst keine Stellungnahme zu den Senatsplänen zu erhalten.

Die CDU verlangt ihrerseits eine neue Konzeption für beide Einrichtungen. Es sei „unseriös, dass der Senat schon jetzt dem Zoo eine finanzielle Absage erteilt". Statt Mittelstreichungen anzukündigen, sollte der Senat vielmehr prüfen, welche zusätzlichen Investitionen getätigt werden könnten, um auch den Tierpark langfristig attraktiv zu halten. Die Zuschüsse seien aus Sicht der CDU sinnvoll, um die Eintrittspreise und die Dauerkarten erschwinglich zu halten. Tierpark und Zoo seien auch „wichtig für den Studienort Berlin und die Forschung". Auf keinen Fall dürften Zuschüsse gestrichen werden, welche die Existenz der Institutionen sichern.

Die Förderung des Tierparks mit derzeit rund 6,5 Millionen Euro aus Haushaltsmitteln hatte der Senat nicht in Frage gestellt. Den Zoo trifft die Sparpolitik, weil er dank des Besucherbooms nach der Geburt von Eisbärstar Knut deutlich erhöhte Einnahmen verzeichnete. Auch aus dem Verkauf des Grundstücks für das ursprünglich in direkter Nachbarschaft geplante Riesenrad waren ebenfalls mehrere Millionen Euro an Rücklagen übrig geblieben.

Vor kurzem hatte der Zoo allerdings rund zwei Millionen Euro früherer Zuschüsse an den Senat zurück überweisen müssen. Der Rechnungshof hatte kritisiert, dass das Land Berlin 2007 hohe Zuschüsse an den Zoo gezahlt hatte, obwohl die Gewinne dank der Einnahmen durch die Vermarktung von „Großverdienter" Knut kräftig sprudelten.