BBI

Das sind die neuen Vorschläge für die Flugrouten

Wie laut es wirklich über Berlin wird, wird erst Mitte des Jahres feststehen. Dann soll ein Flugrouten-Konsens gefunden sein. Mitte Februar sollen Grundlagen-Daten dafür vorliegen. Mehrere Flugrouten-Varianten sind bereits in der Diskussion.

Am Morgen hatte sich ein Dutzend Demonstranten vor der Airportworld in Schönefeld eingefunden, um vor Beginn der Fluglärmkommission gegen die Flugrouten und den neuen Hauptstadtflughafen BBI zu demonstrieren. Auf den Plakaten hieß es: „Baustopp BBI ohne Wenn und Aber“ und „ Keine Flugrouten über Berlin und Brandenburg via Schönefeld“.

In der Fluglärmkommission dagegen bemühte man sich am Montag um eine Flugroutenführung vom künftigen BBI, die möglichst wenige Menschen mit Fluglärm belastet und letztlich konsensfähig ist. Anders als in den Sitzungen zuvor, herrschte in dem 34 Mitglieder starken Gremium eine sachliche Atmosphäre. Das jedenfalls bestätigten Mitglieder unabhängig voneinander. Dass die Kommission offenbar zum sachlichen Dialog zurückgefunden hat, liegt nicht nur an der neuen Kommissionsvorsitzenden, sondern auch an der Deutschen Flugsicherung. Diese hatte zur gestrigen Kommissionssitzung ihr Versprechen wahr gemacht und 14 der 16 im Dezember eingereichten Änderungsanträge der Kommissionsmitglieder zur Flugroutenführung auf ihre Machbarkeit geprüft.

Danach sind jetzt mindestens sechs Alternativen möglich, wobei noch nicht klar ist, wie hoch die Anzahl der lärmbelasteten Anwohner in Berlin und Brandenburg sein wird. Dazu will die Flugsicherung bis zur nächsten Sitzung am 14. Februar Daten vorlegen, um letztlich in einem Abwägungsprozess bis Mitte des Jahres zu einer konsensfähigen Routenführung zu kommen. Zu den zu prüfenden Varianten in Abflugrichtung Westen gehört nach Angaben von Flugsicherung und Fluglärmkommission der gradlinige Abflug von der Nordbahn bei einem gleichzeitigen Abknicken der Starts von der Südbahn um 15 Grad. Das würde das Berliner Stadtgebiet entlasten, Brandenburger Gemeinden eher belasten.Geprüft wird ebenfalls der Fall, dass von Südbahn gerade gestartet wird und von der Nordbahn um 15 Grad abgeknickt wird. Damit wär die Belastung im Berliner Süden wieder größer. Die dritte Variante sieht ein Abweichen um jeweils 7,5 Grad pro Startbahn vor.

Für die Abflüge Richtung Osten wird ebenfalls der Geradeausflug von einer Bahn bei gleichzeitigem Abknicken um 15 Grad von der anderen Bahn geprüft. Außerdem kommt eine Variante auf den Prüfstand, die die Gemeinde Zeuthen gänzlich vor Überflügen bewahren könnte. Danach würde von der Nordbahn geradeaus gestartet, von der Südbahn aber würden Flugzeuge sofort nach dem Start und noch vor der Autobahn A113 scharf nach Süden abbiegen.

Außerdem steht noch eine dritte Variante zur Diskussion, sollten sich die anderen als ungünstig erweisen. Danach würden Flugzeuge von beiden Bahnen zunächst gradlinig starten und erst später abknicken. Diese Variante entspräche dem Münchner Flugverfahren. Für sie müsste eine Sondergenehmigung erlassen werden, da sie nicht der Sicherheitsrichtlinie der internationalen zivilen Luftfahrtorganisation Icao entspricht, wonach bei gleichzeitigen Starts von zwei Bahnen die Flugzeuge mindestens 15 Grad von einander abkurven müssen. Welche Kommunen und Bezirke in der Hauptstadt letztlich von den Flugroutenvarianten betroffen sein werden, wurde am Montag auf der öffentlichen Informationsveranstaltung nach der Sitzung der Kommission noch nicht gesagt. Dies wird Gegenstand der nächsten Sitzung am 14. Februar sein.

Für den Bürgermeister des Bezirks Steglitz-Zehlendorf, Norbert Kopp (CDU), war es am Montag „eine gute Sitzung“. Auch Flughafenchef Rainer Schwarz war zufrieden, weil „konstruktiv und lösungsorientiert“ gearbeitet worden sei.

Der BVBB-Ehrenvorsitzende Ferdi Breidbach wies dagegen am Montag darauf hin, dass auch veränderte Routen keine Lärmentlastung bringen werden. Dies habe ein aktuelles Gutachten des Flughafenplaners Dieter Faulenbach da Costa im Auftrag des BVBB ergeben.