Hintergrund

Debatte über Deutschenfeindlichkeit

  • Diskriminierung Mit dem Thema „Deutschenfeindlichkeit“ an Berliner Schulen hat sich die Bildungsgewerkschaft GEW auf einer Fachtagung am vergangenen Wochenende in Berlin befasst.
  • Debatte Anlass der Debatte ist ein Artikel in der GEW-Zeitschrift „BLZ“ vom November 2009. Darin berichteten Berliner Lehrer, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund in manchen Schulen, in denen sie die Mehrheit bilden, durch „deutschenfeindliche“ Äußerungen und Mobbing von deutschen Mitschülern auffallen. Das Problem der Deutschenfeindlichkeit existiert nach Angaben der GEW vor allem an Brennpunktschulen, an denen der Anteil türkisch- oder arabischstämmiger Schüler bei über 80 Prozent liege.
  • Islam Die Senatsbildungsverwaltung hat kürzlich an alle Schulen eine Handreichung „Islam und Schule“ verschickt. Im Kapitel „Diffamierung von Andersgläubigen“ heißt es, muslimische Schüler würden ab und zu Begriffe wie „Jude“, „Schweinefleischfresser oder „ „Ungläubiger“ als Schimpfwörter benutzen.
  • Lösung Als Lösungsweg schlägt die Senatsbildungsverwaltung in der Broschüre vor, „Schülern entgegenzutreten, die andere Religionen diskriminieren“, auch wenn die Diffamierungen „meist eher Ausdruck von Perspektivlosigkeit oder pubertärem Geltungsbedürfnis“ seien. Das Bewusstsein für Toleranz soll gestärkt werden. Erzieherische oder Ordnungsmaßnahmen seien in Erwägung zu ziehen.
  • Migranten Insgesamt lag in der Bundeshauptstadt der Anteil der Schüler aus Zuwandererfamilien an öffentlichen Schulen im vergangenen Schuljahr bei 32,3 Prozent. Tendenz steigend. In den Berliner Grundschulen machen Kinder mit Migrationshintergrund bereits einen Anteil von 36,1Prozent aus. Die größten Gruppen von Zuwanderern sind türkischer, libanesischer und palästinensischer Herkunft.
  • Bezirke Am höchsten ist der Anteil der Schüler aus Zuwandererfamilien mit 68,7 Prozent im Bezirk Mitte, gefolgt von den Bezirken Neukölln mit 58,5Prozent und Friedrichshain-Kreuzberg mit 54,6 Prozent. In einigen Schulen wie etwa in der Wedding-Grundschule liegt die Quote bereits bei 100 Prozent.