Nahverkehr

S-Bahn fährt wieder in Berliner Randgebiete

Mehrere Tage lang waren einige Randgemeinden von Berlin sowie der Bezirk Spandau vom S-Bahnverkehr abgehängt. Am Donnerstag soll der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Die angeschlagene Berliner S-Bahn will ab Donnerstag wieder auf allen Strecken fahren. Nach viertägiger Unterbrechung sind Spandau, Hennigsdorf, Wartenberg und Strausberg Nord wieder auf der Schiene erreichbar, wie ein S-Bahn-Sprecher am Mittwoch mitteilte.

Die Unterbrechung auf den vier Streckenabschnitten ab 2. Januar sei notwendig gewesen, weil die Zahl witterungsbedingter Fahrzeugstörungen angestiegen war. Nach Angaben des Bahn-Sprechers kommen die Mitarbeiter in den Werkstätten angesichts der zwischenzeitlich milderen Temperaturen mit Reparaturen an den Zügen schneller voran als geplant. Zudem seien nicht mehr so viele Antriebsstörungen zu beklagen.

Der Morgenanlauf am Mittwoch im S-Bahnbetrieb verlief entsprechend den Ankündigungen des Unternehmens ohne neue Einschränkungen. Dennoch erwartet Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) eine weitere Entschädigung für S-Bahn-Kunden.

Die Züge auf den viel frequentierten Linien S1, S3 und S5 verkehrten wieder im Zehn-Minuten-Takt, sagte der Sprecher. Zudem fahre die S75 zwischen Springpfuhl und Westkreuz wieder. Die S-Bahn fährt ab Donnerstag auch auf der Linie S25 wieder durchgehend von Hennigsdorf nach Teltow Stadt im 20-Minuten-Takt. Seit Tagen waren alle S-Bahn-Züge lediglich im 20-Minuten-Takt verkehrt. Nur auf dem Ring wurde im Abstand von zehn Minuten gefahren.

Die anhaltenden Winterprobleme bei der Deutschen Bahn sind kommende Woche auch Thema einer Sondertagung der Verkehrsminister. Über die „erheblichen Qualitätsmängel“ im Nah- und Fernverkehr werde am Montag auf einer außerplanmäßigen Verkehrsministerkonferenz (VMK) in Berlin geredet, sagte der VMK-Vorsitzende, Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD), am Mittwoch in Potsdam. Eingeladen sei auch Bahnchef Rüdiger Grube.

Der Bahnmanager wird am Montag auch im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses erwartet, wo er Berliner Parlamentariern Rede und Antwort zu den Problemen der S-Bahn stehen soll. Vogelsänger sagte mit Blick auf das S-Bahn-Chaos in Berlin und Brandenburg: „Die Situation hat eine Dramatik erreicht, die einfach nicht mehr hinnehmbar ist.“

Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hat die S-Bahn indes aufgefordert, ihre Kunden für die aktuelle Krise wie im vergangenen Jahr zu entschädigen. Abonnenten sollten zwei kostenlose Monate erhalten, alle anderen Fahrgäste Freifahrten etwa am Wochenende, sagte Junge-Reyer der „Berliner Zeitung“. Das würde die Deutsche Bahn etwa 77 Millionen Euro kosten.

Am Abend soll es ein Treffen von Vertretern der Verkehrsverwaltungen Berlins und Brandenburgs mit Verantwortlichen der Berliner S-Bahn geben. Die beiden Landesregierungen hatten der Bahn nach Abmahnungen eine Frist bis Mittwoch gesetzt, ihnen einen Bericht darüber vorzulegen, wie die S-Bahn aus der Krise geführt werden kann.

Die Linie S25 wird nach Angaben der Bahn von Donnerstag an wieder durchgehend von Hennigsdorf nach Teltow Stadt im 20-Minuten-Takt fahren, die Züge der S5 weiterhin im 20-Minuten-Takt bis Strausberg und wieder regulär alle 40 Minuten bis Strausberg Nord. Die S75 verkehrt alle 20 Minuten zwischen Wartenberg und Spandau.

Die Ringbahn-Linien S41/S42 fahren den Angaben zufolge weiterhin den ganzen Tag im 10-Minuten-Takt. Eine 10-Minuten-Zugfolge gilt auch auf Streckenabschnitten anderer Linien, so neuerdings auf der S1 zwischen Zehlendorf und Frohnau und weiterhin auf der S3 zwischen Friedrichshagen und Ostbahnhof. Die S5 soll zwischen Hoppegarten/ Mahlsdorf und Charlottenburg in den Hauptverkehrszeiten ebenfalls alle 10 Minuten fahren. Auf den übrigen Linien gilt weiterhin ein 20-Minuten-Takt.

Auch in den kommenden Wochen sollen Regionalbahnen die S-Bahn entlasten helfen. Die Ergänzungsverkehre auf der Regionalbahnlinie 10 zwischen Spandau und Charlottenburg, ab 13. Januar auf der RB 13 zwischen Spandau und Berlin Hauptbahnhof sowie bei der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) zwischen Basdorf und Berlin Gesundbrunnen blieben in jedem Fall bis Ende Januar bestehen, teilte die Bahn mit.