Angesichts des neuerlichen Winterchaos bei der Berliner S-Bahn hat der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) von der Bahn eine weitere Entschädigung für die Fahrgäste gefordert. Hierzu sollte Bahnchef Rüdiger Grube am Montag bei seiner Anhörung im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses „konkrete Aussagen“ machen, sagte Wowereit am Freitag in Berlin. Auch müsse das Serviceangebot verbessert werden. Die erneuten Einschränkungen im S-Bahnverkehr seien „nicht hinnehmbar“. Die Kunden seien zu recht sauer.
Der Bund müsse zudem seine Gewinnerwartungen an die Bahn reduzieren, verlangte Wowereit. Wenn der Bund eine jährliche Dividende von 500 Millionen Euro fordere, müsse dies korrigiert werden, um die strukturellen Defizite bei der Bahn abzubauen. Insgesamt sei ein Systemwechsel auch im Regional- und Fernverkehr notwendig. Der Bund müsse sich zur öffentlichen Daseinsvorsorge bekennen und Mittel investieren.
Wowereit sagte weiter, er habe Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) damit beauftragt, zusammen mit der BVG zu prüfen, wie ein leistungsfähiger Ersatzverkehr etwa mit Bussen eingerichtet werden könne. Dieser könnte aus den einbehaltenen Mitteln für die S-Bahn bezahlt werden, könne die S-Bahn aber nicht ersetzen. „Daher müssen wir darauf vertrauen, dass die S-Bahn ihre Probleme endlich in den Griff bekommt.“
Seit Sommer 2009 kann die Berliner S-Bahn aufgrund von Wartungsproblemen durchgehend nur einen eingeschränkten Verkehr anbieten. Schnee und Forst haben die Probleme noch verschärft.
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