Hundebiss im Urlaub

Bernhardiner verletzt fünfjährige Berlinerin schwer

Schlafende Hunde soll man nicht wecken, meint ein gängiges Sprichwort, dessen Wahrheit einer kleinen Berlinerin zum brutalen Verhängnis wurde. Der Hundehalterin droht nun ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung.

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Ein fünfjähriges Berliner Mädchen ist in einem Hotel in Ahlbeck auf Usedom am Mittwochabend von einem Bernhardiner gebissen und schwer verletzt worden. Das Mädchen war Polizeiangaben zufolge unbefangen auf den unangeleinten Hund in einer Hotellobby zugegangen, während sich die Hundebesitzerin und Hoteleigentümerin mit der Mutter des Kindes unterhielt. Das Kind habe den ruhenden Hund offenbar gestört, sagte Amtstierarzt Holger Vogel. Der Hund biss dem Mädchen unvermittelt ins Gesicht, dadurch erlitt das Kind so schwere Verletzungen, dass es notoperiert werden musste. „Das war ein motivierter Biss.“ Allerdings hat das zwei Jahre alte Tier bereits vor vier Wochen einen Urlauber gebissen. Der Hund, dessen Besitzerin in Ahlbeck wohnt, war den Angaben zufolge nicht angeleint, aber vorschriftsmäßig geimpft.

Bei den Bissen in die Wange seien Nase, Augen und Mund unversehrt geblieben, hieß es. Gegen die 70-jährige Halterin werde wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Nach Vogels Einschätzung gibt es „bisher keine Indizien, dass der Hund im Sinne der Hundehaltverordnung aggressiv ist“. Jedoch biss er vor gut einem Monat auch einen anderen Gast Der Hundebesitzerin sei nun jedoch die „dringende Empfehlung“ gegeben worden, den Hund nicht im Eingangsbereich des Hotels zu halten. Eine Sachkundeprüfung zur Eignung des Hundehalters ist aus Sicht des leitenden Amtstierarztes bisher nicht erforderlich.