BerlinTrend

Altersarmut ist die größte Sorge der Berliner

Fast drei Viertel aller Berliner fürchten, im Alter zu wenig Geld zum Leben zu haben. Vor allem die Jungen sorgen sich, das ergab eine repräsentative Umfrage. Gegenwärtig sparen die Berliner vor allem beim Urlaub.

Die Berliner sind in ihrer großen Mehrheit der Ansicht, dass sie mit ihrer Rente im Alter nicht auskommen werden. 74 Prozent der Befragten gaben im Berlin Trend der Berliner Morgenpost (Sonnabend) und der RBB „Abendschau“ an, sie fürchteten, ihre Rente werde künftig nicht reichen.

Damit ist die Sorge vor Armut im Alter in Berlin deutlich stärker verbreitet als bundesweit, wo laut Infratest nur zwei Drittel der Deutschen glauben, sich nicht auf die Rente verlassen zu können.

Die Sorge um das Auskommen im Ruhestand ist unter den Berlinern mit niedrigerem Bildungsniveau deutlich ausgeprägter als unter Akademikern. Und am stärksten ist es unter den jüngeren Berlinern: In der Altersgruppe der 25 bis 34 Jahre alten Berlinerinnen und Berliner glauben 88 Prozent nicht an eine solide finanzielle Absicherung durch die Rente. Unter den 35- bis 44-Jährigen sind 82 Prozent dieser Ansicht.

Der Berlin Trend, für den Infratest dimap zwischen dem 4. und 7. Juni 1001 volljährige deutsche Staatsbürger in Berlin befragte, belegt auch die Ängste, die die Berliner wegen der Wirtschaftskrise umtreiben. Jeder Zweite (52 Prozent) bangt, seine Ersparnisse könnten von einer möglichen Inflation in Folge der Schuldenkrise aufgezehrt werden. Von den Älteren über 60 steigt der Anteil der von Inflationsängsten heimgesuchten Menschen auf zwei Drittel. 47 Prozent sagen, sie machten sich keine Sorgen.

Insgesamt sorgen sich die Berliner aber weniger um ihr Erspartes als der Rest der Bundesbürger. Laut einer bundesweiten Erhebung von Infratest dimap haben in ganz Deutschland 67 Prozent der Bürger Angst vor einer Geldentwertung. Dass die Sorgen in Berlin geringer ausfallen, mag auch an der Tatsache legen, dass im sozial schwachen Berlin weniger Menschen Vermögen haben, das sie verlieren könnten.

Auch die Angst um den eigenen Arbeitsplatz ist in Berlin weniger weit verbreitet als in anderen Regionen. 28 Prozent gaben an, sie machten sich persönlich Sorgen um ihren Job, wobei die Frauen deutlich pessimistischer sind als die Männer (32 zu 23 Prozent). Bundesweite Vergleichswerte liegen in diesem Bereich fast doppelt so hoch. Eine Erklärung dafür ist, dass die Berliner Wirtschaft bisher besser durch die Krise gekommen ist als die in anderen Regionen, zuletzt gab es im Gegenteil sogar eine deutliche Zunahme an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen.

Die Berliner sind aber auch gewappnet, in der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise ihre persönlichen Ausgaben zurückzufahren. 40 Prozent sagten beispielsweise, sie würden sich wegen der Krise bei ihren Urlaubsplänen einschränken. Vor allem die Älteren wollen an ihren Ferien und bei Reisen sparen.