Preisverleihung

Mäzen verschenkt in Berlin 100.000 Euro

Der Industrielle Udo van Meeteren aus Düsseldorf hat vier Berliner Hilfseinrichtungen mit insgesamt 100.000 Euro beschenkt. Der Mäzen wurde selbst für sein soziales und kulturelles Engagement ausgezeichnet, verdoppelte das Preisgeld und reichte es sofort weiter.

Foto: Joerg Krauthoefer

Der Düsseldorfer Industrielle Udo van Meeteren ist am Freitag für sein soziales und kulturelles Engagement mit dem James-Simon-Preis ausgezeichnet worden. Der Unternehmer verdoppelte bei der Feierstunde in Berlin das Preisgeld von 50.000 Euro auf 100.000 Euro und gab es an vier Hilfsinstitutionen der Bundeshauptstadt weiter: das Theater Ramba Zamba, die Landesbibliothek Dieter Sturm, die Sing-Akademie und das Kinder- und Jugendzentrum Schlesische Straße.

Die Auszeichnung erinnert an den Mäzen James Simon (1851-1932), der den Berliner Museen unter anderen die weltberühmte Büste der Nofretete geschenkt hatte. Der Preis wird seit 2008 von der nach ihm benannten Stiftung vergeben. „Es ist mir eine Ehre, dass wir heute einem Mann den Preis überreichen konnten, der James Simon in vieler Hinsicht ähnelt. Vor allem wohl wegen seiner Mischung aus Großzügigkeit und Bescheidenheit“, würdigte Kunstmäzen und Anwalt Peter Raue in seiner Funktion als Stiftungsvorsitzender.

Van Meeteren sei einer der großzügigsten Mäzene Deutschlands. Allein mit seiner Van-Meeteren-Stiftung habe er in den vergangenen drei Jahrzehnten fast 50 Millionen Euro für Wissenschaft, Kultur, Naturschutz und Jugendaustausch gespendet. Der 1926 in Mülheim an der Ruhr geborene Preisträger begann seine Karriere im Düsseldorfer Bergbau-Konzern Michel und wurde später Kommanditist beim Bankhaus Trinkaus und Burkhardt.

Raue sprach auch seinen Wunsch aus, dass im Herbst mit dem Bau einer James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel begonnen werden könne. „Es wird Zeit, dass dieser große Mäzen, von dessen Kunstsammlungen und Spenden beinah jedes Museum Berlins profitiert, wieder ins Gedächtnis der Menschen zurückkehrt“. Die Direktorin des Ägyptischen Museums, Friederike Seyfried, habe das große Glück, an Simons altem Schreibtisch zu sitzen und auf seinem Stuhl.“ Seyfried unterhielt sich angeregt mit Mäzenin Maren Otto, die, gemeinsam mit ihrem 100-jährigen Ehemann Werner Otto, 2009 mit dem Simon-Preis ausgezeichnet worden war. „Mein Mann ist auf Mallorca geblieben. Auch wenn es ihm gut geht, strengen ihn Reisen natürlich sehr an“, sagte Maren Otto.

Zurück zum Geehrten, den auch Kulturstaatssekretär Hans Heinrich Grosse-Brockdorf lobte: „Ich denk, dass James Simon ein Mensch war, der ein Ideal verwirklichte: Erfolgreich sein und im sozialen Bereich Dinge wirklich in die Hand nehmen. So machte es auch Udo van Meeteren und trägt damit den Geist des Namensgebers weiter“. Van Meeteren sei es nie um Ruhm gegangen, deshalb könne es sogar sein, dass ihm die Veranstaltung ein wenig peinlich sei. Standing Ovations für einen gerührten van Meeteren. „Es ist nicht ganz einfach, nach so viel Lob, die richtigen Worte zu finden“, so der Düsseldorfer. Und fügte hinzu: „Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob leider nicht.“ Warum er so großzügig sei? „Es steht doch schon im Grundgesetz: Eigentum verpflichtet“.