Berliner Landesarchiv

Rechtsstreit um Kinskis Krankenakte beendet

Mit einem Vergleich wurde der Streit um die Veröffentlichung der Krankenakte des verstorbenen Schauspielers Klaus Kinski beendet. Einer der Söhne wollte vor dem Berliner Verwaltungsgericht verhindern, dass die Unterlagen für Dritte zugänglich werden. Nun gab er nach, hat letztlich aber das letzte Wort.

Der Rechtsstreit um die Veröffentlichung der Krankenakte des Schauspielers Klaus Kinski (1926-1991) ist mit einem Vergleich zu Ende gegangen. Der Sohn des Schauspielers, Nikolai Kinski, und das Berliner Landesarchiv einigten sich vor dem Verwaltungsgericht auf ein Prozedere für den weiteren Umgang mit den Papieren, sagte Gerichtssprecher Stephan Groscurth. Demnach hat Kinski bei künftigen Anträgen auf Akteneinsicht mindestens zwei Wochen Zeit, Stellung zu nehmen und gegebenenfalls in einem Eilverfahren um vorläufigen Rechtsschutz zu ersuchen.

Der Krankenhauskonzern Vivantes hatte im Juli vergangenen Jahres zu Forschungszwecken rund 100.000 Patientenakten an das Landesarchiv Berlin übergeben, darunter auch Klaus Kinskis medizinische Unterlagen. Darin hatten ihm die Ärzte eine „Psychopathie“ bescheinigt.

Groscurth zufolge hatte das Gericht für die Verhandlung am Mittwoch nicht den Inhalt der Krankenakten geprüft. Bei einer generellen Unterlassung habe es dafür keinen Anlass gegeben. Bei einem zukünftigen Fall müsse dies jedoch geschehen und das Persönlichkeits- gegen das Informationsrecht abgewogen werden, sagte Groscurth und sprach von „unheimlich schwierigen Rechtsfragen“.

Nikolai Kinski, der laut dem Sprecher bei der Verhandlung anwesend war, wollte mit der Klage verhindern, dass Dritte Einblick in die Patientenakte seines Vaters aus dem Jahr 1950 erhalten. Der 24-jährige Schauspieler war damals drei Tage Patient in der heutigen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Reinickendorf.

Hintergrund der Einlieferung Kinskis war der Angriff auf eine Medizinerin, in die der Künstler unglücklich verliebt war. Ein Arzt attestierte dem Schauspieler damals „Gemeingefährlichkeit“ und sah „Anzeichen schwerer Geisteskrankheit“. ddp/sei

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