Evangelische Kirche

Bischof Huber kehrt in den Ethikrat zurück

Er ist noch immer das ebekannteste Gesicht der evangelischen Kirche in Berlin: der frühere Bischof Wolfgang Huber. Nun kehrt er in den Ethikrat zurück und wird Bundestag und Bundesrat beraten. Zuletzt hatte Huber sich in Südafrika aufgehalten.

Foto: AP

Der frühere Berliner Bischof Wolfgang Huber kehrt wieder in den Ethikrat zurück. Die offizielle Berufung des evangelischen Theologen durch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) stehe noch aus, sagte die Sprecherin des Deutschen Ethikrates, Ulrike Florian. Huber, der dem Nationalen Ethikrat 2001 bis 2003 angehört hatte, wird die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in dem Gremium vertreten.

Kirchenamtspräsident Hermann Barth schied als bisheriger EKD-Vertreter im Ethikrat zum 22. März aus. Barth (64) geht im Herbst in den Ruhestand. Auch ein Nachfolger für die Medizinethikerin Bettina Schöne-Seifert, die Anfang März ausschied, ist noch nicht berufen.

Hubers Amtszeit als Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz endete nach 16 Jahren im November. Von 2003 bis 2009 war er Vorsitzender des Rates der EKD. Im März war der 67-jährige Theologieprofessor von einem längeren Forschungsaufenthalt am „Institute for Advanced Studies“ im südafrikanischen Stellenbosch nach Berlin zurückgekehrt.

Der Deutsche Ethikrat ist ein unabhängiges Sachverständigengremium, das 2008 den Nationalen Ethikrat ablöste. Es berät mit Stellungnahmen und Empfehlungen Bundestag und Bundesrat. Dem Ethikrat gehören 26 Mitglieder an, von denen jeweils 13 von Bundestag und Bundesregierung vorgeschlagen und vom Bundestagspräsidenten berufen werden. Unter den Ethikratsmitgliedern befinden sich Mediziner, Theologen, Philosophen, Ethiker und Juristen. Vorsitzender ist der frühere Bundesjustizminister Edzard Schmidt-Jortzig (FDP).

Themen des Ethikrates sind in diesem Jahr den Angaben zufolge Biobanken, Fragen der Chimären- und Hybridforschung, Ressourcenallokation im Gesundheits- und Sozialwesen sowie Demenz. Bei der öffentlichen Jahrestagung im Mai geht es um den Zusammenhang von Migration und medizinischer Versorgung.

Die EKD ist im Ethikrat bereits mit dem früheren Thüringer Bischof Christoph Kähler, dem langjährigen Präses des EKD-Kirchenparlaments, Jürgen Schmude, sowie dem Transplantationsmediziner und Kirchentagspräsident Eckhard Nagel vertreten.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.