Nach Bürgerentscheid

Bezirksamt Lichtenberg lehnt kleineren Markt ab

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Ingo Rössling

Der Bürgerentscheid zum Bau eines großen Supermarktes an der Landsberger Allee ist gescheitert. Doch die Kette Globus hat weiterhin Interesse. Sie schlug nun vor, einen kleineren Markt zu bauen - und stieß erneut auf Ablehnung beim Bezirksamt.

Um den Bau eines Supermarktes an der Landsberger Allee im Bezirk Lichtenberg wird auch nach dem gescheiterten Bürgerentscheid vom vergangenen Sonntag weiter gestritten. Während die saarländische Globus-Kette sich nun mit einer Verkaufsfläche von 5000 statt ursprünglich 8400 Quadratmetern zufrieden geben will, wird auch die reduzierte Variante vom Bezirksamt abgelehnt. Baustadtrat Andreas Geisel (SPD) sagte am Dienstag: „Auch 5000 Quadratmeter sind an diesem Standort für den Zweck der Nahversorgung überdimensioniert, denn im direkten Umfeld leben nur etwa 600 Menschen.“

Geisel bestätigte, dass Globus vergangene Woche noch vor dem Bürgerentscheid unverbindlich angefragt habe, ob das Bezirksamt 5000 Quadratmeter genehmigen würde. Im Vorfeld des Bürgerentscheids war die Ablehnung damit begründet worden, dass der Landesentwicklungsplan neuen großflächigen Einzelhandel außerhalb bestehender Zentren verbiete und bis maximal 5000 Quadratmeter für die Nahversorgung zulässig seien. Außerdem wäre der Bezirk dafür nicht zuständig, hieß es.

Beim Bürgerentscheid für den Bau des SB-Warenhauses mit Lebensmitteln, Bäckerei, Fleischerei, Elektrogeräten und Bekleidung war mit einer Beteiligung von 9,1 Prozent der Wahlberechtigten das Quorum von 15 Prozent nicht erreicht worden. Außerdem hatten nur 36 Prozent mit Ja gestimmt.

Die Hamburger Immobilien-Gesellschaft Professor Greve als Eigentümerin des Grundstückes will in verschiedene Projekte insgesamt 50 Millionen Euro investieren. Ihr Berlin-Repräsentant Hans-Jürgen Klemm sagte: „Wir betrachten das neue Angebot von Globus als Nagelprobe für den Bezirk, ob er ein Globus-SB-Warenhaus überhaupt will.“ Geisel: „Nach der neuen Anfrage von Globus hat uns die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf Nachfrage bestätigt, dass auch ein Supermarkt von 5000 Quadratmetern an der Landsberger Allee nicht genehmigt werden darf.“

Und auch bei einem Erfolg des Bürgerentscheids wäre der Bau nicht zustande gekommen, weil die Zuständigkeit nicht beim Bezirk lag. Geisel beklagt deshalb, dass für den Entscheid „128.000 Euro verschwendet“ wurden. Dafür hätte man einen Kinderspielplatz bauen können. Ob die Firma Greve noch gerichtliche Schritte einleitet, ließ Klemm offen. Auf jeden Fall wolle man 2010 an der Landsberger Allee zeitgleich zum Ikea-Möbelhaus einen Globus-Bau- und Gartenfachmarkt (17.000 Quadratmeter) eröffnen. Dringend werde deshalb auf die Baugenehmigung gewartet.