Eintrittspreise

So viel zahlen Berlins Schwimmer bis 2012

| Lesedauer: 2 Minuten
Brigitte Schmiemann

Foto: Christian Hahn

In den Schwimmbädern Berlins soll ein neues Kassensystem eingeführt werden. Hierzu muss allerdings erst einmal das Verhalten der Gäste genau erfasst werden. Da dies noch sehr lange dauert, haben die Bäderbetriebe gute Neuigkeiten für die Schwimmer und Bade-Fans der Hauptstadt.

Berlins Schwimmer können sich freuen: In den Jahre 2010 und 2011 wird es keine Tariferhöhungen geben. Das sagte Michael Schenk, Vorstandsmitglied der Berliner Bäderbetriebe (BBB) während der Sitzung des Sportausschusses am Freitag. Hintergrund ist der Testbetrieb zum Kassensystem, mit dem künftig in jedem Bad genau erfasst werden soll, wie lange und zu welchen Zeiten sich die Badegäste in den Schwimmbädern aufhalten.

Da der erste Anbieter die Anforderungen für den Dokumentationsbetrieb nicht bestanden habe, lasse jetzt die zweite Firma den Testbetrieb laufen, sagte Schenk. Erst müssten die Daten vorliegen, wann welche Bäder ausgelastet seien. Dann könne über veränderte Tarife, auch über Verbilligungen für publikumschwache Zeiten nachgedacht werden.

Die Fraktionen im Abgeordnetenhaus lobten die Arbeit der BBB, speziell des 2007 begonnenen Sanierungsprogramms. Für dieses hat der Senat nicht nur 50 Millionen Euro aus dem Verkauf der Gewerbesiedlungsgesellschaft zur Verfügung gestellt, sondern auch 23 Millionen Euro aus Landes-, Bundes- und EU-Programmen. „Während andere Kommunen unter finanziellen Belastungen ihre Bäder vom Netz nehmen, ist das Angebot in Berlin gewährleistet, wenn auch mit Beeinträchtigungen wegen der Schließzeiten“, sagte Staatssekretär Thomas Härtel.

Rund die Hälfte des Sanierungsprogramms, das sich die Bäderbetriebe bis Ende 2012 vorgenommen haben, ist abgeschlossen. In diesem Jahr stehen große Projekte wie die Sanierung des Bades an der Finckensteinallee und der beiden Kombi-Bäder Gropiusstadt und Spandau-Süd auf dem Programm. Um die fortlaufende Sanierung der Berliner Bäder – darunter allein 37 Hallenbäder – zu gewährleisten, erhalten die BBB ab 2010 jährlich fünf Millionen Euro zusätzlich zu ihrem Etat von 40 Millionen Euro.

Ob die Eintrittspreise allerdings auch in 2012 Bestand haben, konnte Schenk noch nicht sagen. Bereits für 2011 rechnet er mit 1,3 Millionen Euro mehr an Energiekosten wegen der neuen Abgabe auf Strom, auch die Personalkosten (170 Mitarbeiter) könnten steigen, und der dritte Risikofaktor sei die Sommersaison.

„Eventuell müssen wir an den Preis ran, die Wassertemperatur jedenfalls um ein oder zwei Grad zu senken, wie es einige Gemeinden bereits praktizieren, werden wir nicht“, versicherte Schenk. Das Ziel der Bäderbetriebe sei, soviel Energie wie möglich zu sparen – ohne dass der Kunde es merke. Um neben den Vereinen und Schulen auch die zahlende Kundschaft mehr zu Wort kommen zu lassen, wollen die Bäderbetriebe noch in diesem Jahr einen Kundenbeirat ins Leben rufen, der regelmäßig tagen soll.