Wasserpreise

Wer in Berlin jetzt mehr und wer weniger zahlt

Gute Nachrichten für Mieter in großen Mehrfamilienhäusern: Für sie sinken die Wasserpreise ab April 2010 leicht. Da gleichzeitig der Grundpreis und die Gebühr für Regenentwässerung steigen, profitieren andere Gruppen allerdings nicht von der Neuerung.

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Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) heben die Preise an. Die Tarife steigen für 2010/11 durchschnittlich um 0,9 Prozent. Während die Gebühren für Trink- und Abwasser leicht sinken, steigen die Grundpreise für einen Referenzzähler (Modell Qn 2,5) von 0,20 Euro auf 0,30 Euro am Tag. Teurer wird auch die Gebühr für Regenentwässerung. Ob ein Haushalt mehr oder weniger für Trink-, Regen- und Abwasser zahlt, hängt mit der Größe des Wasserzählers und dem Verbrauch zusammen.

Einige Beispiele: Mieter in großen Häusern zahlen geringfügig weniger. Nach Angaben der Wasserbetriebe bedeutet die Tarifänderung für einen Zwei-Personen-Haushalt in einem 30 Personen-Haus mit einem Wasserzähler der Größe Qn 6 und einem Gesamtwasserverbrauch aller Parteien von 3000 Kubikmetern eine Minderung von 18 Cent im Monat.

Ein Vier-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus, der Zählergröße Qn 2,5 und einem Verbrauch von 168 Kubikmetern muss künftig etwa 803 Euro zahlen, damit fast denselben Preis wie zurzeit (plus 0,06 Prozent).

Teurer wird es für eine Stadtvilla mit der Zählergröße 6 und vier Wohnungen. Dort zahlt ein Drei-Personen-Haushalt künftig 34 Euro mehr, was einer Steigerung von 5,2 Prozent entspricht.

Weil der Tarif für das Niederschlagswasser steigt (von 1,84 Euro pro Quadratmeter und Jahr auf 1,897 Euro) müssen vor allem Supermärkte mit großen Parkplätzen und Wirtschaftbetriebe mit großen Flächen mit höheren Gebühren rechnen. Ein Beispiel: Ein lebensmittelverarbeitendes Unternehmen mit hohem Wasserverbrauch (23.000 Kubikmetern), vier Anschlüssen und einer Gesamtfläche von 42.000 Quadratmetern zahlt künftig für das Wasser 203.000 Euro, etwa 5500 Euro mehr als 2009. Holger Becker vom Verband der Grundstücksnutzer kritisierte, dass vor allem die Belastung kleinerer Häuser steigt: „Weil der Grundpreis nicht durch viele Bewohner geteilt wird, zahlen Familie in diesen Häusern die Zeche.“