Vattenfall

Beschäftigte demonstrieren wütend in Berlin

Der schwedische Konzern Vattenfall will seine Personalkosten deutlich senken. Gegen drohende Entlassungen und Gehaltskürzungen sind nun mehrere Tausend Beschäftigte in Berlin auf die Straße gegangen. Mit Elchköpfen zogen sie zur Botschaft.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Der schwedische Konzern Vattenfall will seine Personalkosten deutlich senken. Gegen drohende Entlassungen und Gehaltskürzungen sind nun mehrere Tausend Beschäftigte in Berlin auf die Straße gegangen. Mit Elchköpfen zogen sie zur Botschaft.

Video: tvb
Beschreibung anzeigen

Es braut sich was zusammen bei Vattenfall Europe. 3000 Mitarbeiter folgten am Mittwoch einem Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di zu einem Protestmarsch. Das ist mehr als die Hälfte der rund 5500 Berliner Beschäftigten. Sie fürchten erhebliche Gehaltseinbußen, die Vattenfall der Belegschaft verordnen will. „Wir lehnen die Sparpläne des Unternehmens rundweg ab“, sagte Ver.di-Verhandlungsführer Volker Stüber.

Damit droht dem Unternehmen eine harte Auseinandersetzung. Vattenfall will beim Personal 180 Millionen Euro sparen. 1500 Mitarbeiter sollen ausscheiden, über Altersteilzeit und Frühverrentung. Was die Belegschaft richtig aufbringt, sind geplante Auslagerungen von Unternehmensteilen in Tochtergesellschaften, wo weniger verdient wird. Von den Plänen sind allein in Berlin mehr als 1000 Mitarbeiter betroffen.

„Mein Gehalt würde um fast die Hälfte sinken“, sagte Jörg Bertram (47). Er arbeitet seit 33 Jahren im Unternehmen, erst bei der Bewag, nun beim Vattenfall Kundenservice. Das ist einer jener Betriebe, die nach Vorstellung des Unternehmens ausgelagert werden sollen. „Wir Mitarbeiter sind demotiviert und frustriert“; sagte Bertram.

„Das ist ein Angriff auf den gültigen Konzerntarifvertrag – und den nehmen wir nicht hin“, sagte Vattenfall-Betriebsratschef Jürgen Stinsky. Die Gewerkschaften, neben Ver.di die IG Metall und die IGBCE, gehen mit einer harten Haltung in die Verhandlungen mit dem Unternehmen. Ver.di-Mann Stüber schließt auch Streiks nicht aus. „Wir könnten beispielsweise dafür sorgen, dass die Rechnungen an die Kunden nicht bearbeitet werden“, sagte Stüber.

Am Mittwoch zogen die Vattenfall-Beschäftigten mit Elchköpfen in den Händen vom Lützowplatz zur nahe gelegenen schwedischen Botschaft an der Rauchstraße. Der Berliner Energieversorger Vattenfall Europe ist ein Tochterunternehmen des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall AB. Eine Vertreterin der Botschaft nahm Unterschriftenlisten mit den Protesten der Mitarbeiter entgegen.