PC und Internet

Computer sind das wichtigste Medium für Kinder

Fünf bis zehn Prozent aller Kinder und Jugendlicher sind in Gefahr, vom Computer abhängig zu sein. Vor allem PC-Spiele wie „World of Warcraft" sind dafür verantwortlich. Selbst Grundschüler spielten im Schnitt bis zu 81 Minuten am Tag.

Computerspiele sind neben dem Fernsehen jugendkulturelles Leitmedium, schon lange wird mehr Geld für Unterhaltungssoftware ausgegeben als für Kinobesuche. Für seinen Bericht zur Computerspielabhängigkeit im Kindes- und Jugendalter befragte das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen 2007 und 2008 bundesweit 44.610 Schülerinnen und Schüler neunter Klassen.

Das Ergebnis: Die Nutzung elektronischer Medien ist wichtigste Freizeitbeschäftigung, Fernsehen, Video oder DVD gucken Jungen täglich im Schnitt 213 Minuten (Mädchen 201), im Internet chatten sie 103 Minuten (113), für Computerspiele geben sie 141 Minuten aus (56) – Bücher lesen sie hingegen nur 25 Minuten (43). Die Experten stuften drei Prozent der Jungen und 0,3 Prozent der Mädchen als computerspielabhängig ein, weitere 4,7 Prozent der Jungen und 0,5 Prozent der Mädchen seien gefährdet.

Das für seine gewalttätigen Inhalte häufig in der Kritik stehende Spiel „World of Warcraft“ entfalte das „mit deutlichem Abstand größte Abhängigkeitspotenzial“, heißt es in dem Bericht. Die 15-jährigen Jungen spielten es im Durchschnitt täglich vier Stunden, 36 Prozent sogar mehr als 4,5 Stunden.

Eine weitere Studie des Instituts mit 1156 Berliner Grundschülern zeigte, dass bestimmte Spiele schon im Kindesalter ein problematisches oder sogar abhängiges Spielverhalten verursachen können. Schon Viertklässler spielten an Schultagen 45 Minuten, am Wochenende sogar 81 Minuten. Die Forscher fanden „deutliche Belege“ dafür, dass die Dauer der täglichen Nutzung mit schlechten schulischen Leistungen zusammenhängt. Und: Kinder, die Angst vor Schule haben, sind gefährdeter als andere.

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