Veranstaltungsstopp

Buschkowsky verbietet Neuköllner Straßenfeste

Tausende Menschen sind Jahr für Jahr zu den Straßenfesten in der Sonnenallee, Hermann- und Karl-Marx-Straße gekommen. Doch nun soll dort nicht mehr gefeiert werden. Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) will die "immer gleichen Handtaschen und Turnschuhe" und dazu noch Betrunkene nicht mehr sehen.

Foto: M. Lengemann / Lengemann

Der Bezirk Neukölln hat die Straßenfeste in den drei Hauptverkehrsstraßen Sonnenallee, Hermannstraße und Karl-Marx-Straße verboten. „Was einst als Werbeveranstaltung für die Händler-Arbeitsgemeinschaften der Straßen gedacht war, ist heute nur noch eine Veranstaltung für das reisende Gewerbe“, sagt Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD). Die gewerblichen Straßenhändler würden immer die gleichen Handtaschen und Turnschuhe für fünf Euro an ihren Ständen verkaufen.

Dazu liege der Schwerpunkt auf Essen und vor allem Trinken. „Mit allen Begleiterscheinungen“, sagt Buschkowsky und meint damit zum Beispiel das Verrichten der Notdurft auf der Straße. Anwohner hätten sich jedes Mal beschwert. Weil diesen Nachteilen kein positiver Aspekt gegenüberstehe, habe sich das Bezirksamt und der Wirtschaftsausschuss einhellig für ein Ende der Straßenfeste ausgesprochen.

„Wir machen das Fest seit 28 Jahren, und nie hat es Beschwerden gegeben“, sagt dagegen Werner Robben, 1.Vorsitzender der AG Sonnenallee, die das jährlich an einem Wochenende im September stattfindende Fest auf der Sonnenallee organisiert. Auch mit der örtlichen Polizei habe es keine Probleme gegeben. Je nach Wetterlage kämen jeweils 20.000 bis 40.000 Besucher. „Dass das Fest nicht mehr stattfinden darf, hat uns keiner mitgeteilt“, sagt er.

Für das Bühnenprogramm seien bereits Verträge mit Kultureinrichtungen geschlossen worden. Erst, als die mit der Festgestaltung beauftragte Firma jetzt von der Verkehrslenkung Berlin keine Genehmigung mehr erhalten habe, sei der Vorgang bekannt geworden. „Wir fordern Herrn Buschkowsky auf, die Entscheidung zu überdenken“, sagt Robben. Notfalls werde man rechtliche Schritte einleiten.