Schmuddelküchen

Jetzt will auch Buschkowsky eine eigene Ekel-Liste

Eigentlich sollten öffentliche Listen von Schmuddelküchen auf Pankow beschränkt bleiben. Darauf hatten sich die Stadträte der zwölf Berliner Bezirke erst kürzlich geeinigt. Nun aber prüfen doch einige Bezirke die Veröffentlichung der Namen ihrer ekeligsten Restaurant und Imbissen.

Das Pankower Schmuddelküchen-Projekt könnte doch bald Schule in Berlin machen. Weitere Bezirke prüfen nun die Veröffentlichung der Namen von sogenannten Schmuddel-Restaurants im Internet – obwohl sie sich erst Anfang März auf ein Ekel-Listen-Stopp geeinigt hatten.

Auch in Neukölln könnten künftig Listen mit den schmuddeligsten veröffentlicht werden. Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) will das umstrittene Pilotprojekt in Pankow unterstützen, das negativ aufgefallene Lokale öffentlich an den Pranger stellt. „Ich habe kein Problem damit, darzustellen, wo es gesundheitsgefährdend ist, zu essen und wo man auch bei der Nachprüfung gegen Wände redet“, sagte Buschkowsky.

Allerdings betonte er, dass trotz des Antrags im Parlament eine Liste nicht in der nächsten Zeit veröffentlicht werde. „Es gibt eine Vereinbarung aller Bezirke, bis 31. Dezember mit weiteren Listen zu warten. Wir halten uns an die Verabredung.“

Möglichst bald soll laut den Vorstellungen der örtlichen SPD jedoch eine solche „Schmuddel-Liste“ in Lichtenberg entstehen. SPD- Fraktionsgeschäftsführer Boris Wiedenhöfer sagte, seine Bezirksgruppe wolle bereits am Montagabend mit Fraktionsführern der anderen Parteien über den Antrag sprechen.

Vier weitere Bezirke wollen Ekel-Listen

Die Stadträte der zwölf Berliner Bezirke hatten sich am 6.März bei einem Treffen mit der Senatsgesundheitsverwaltung darauf geeinigt, das Pankower Smiley-System vorerst nicht auf andere Bezirke auszuweiten. Aus dem Pankower Projekt sollten zunächst Erfahrungen gesammelt und dann einheitliche Standards für ganz Berlin entwickelt werden. Nach Informationen des „Tagesspiegels“ wurden aber nun bereits in die Bezirksparlamente von Spandau, Marzahn-Hellersdorf, Neukölln und Lichtenberg von SPD oder Grüne Anträge für neue Ekel-Listen eingebracht.

Die Senatsverwaltung für Gesundheit begrüßt die Initiative der Parteien, das Pankower Pilotprojekt in drei weiteren Bezirken aufzugreifen. „Je mehr mitmachen, umso mehr kann man auswerten, und je besser kann man ein Projekt für ganz Berlin planen“, sagte eine Sprecherin.