Shopping um Mitternacht

Hunderte Kunden drängen in neue Saturn-Filiale am Alex

Um 0 Uhr hat am Alexanderplatz das Einkaufszentrum "Die Mitte" eröffnet - mit Polizeischutz. Mehr als 100 Beamte waren im Einsatz. Die Elektronikkette Saturn lockte die Kundschaft zur Eröffnung mit Sonderangeboten, und Hunderte Menschen warteten lange vor dem Einlass. Viele benötigten dann nur wenige Minuten für ihren Einkauf.

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Pünktlich um Mitternacht begann das große Gedränge

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Mit Ordnungskräften in "dreistelliger Personalstärke" und Polizeipräsenz hat um Mitternacht das neue Shoppingcenter am Alexanderplatz, "die mitte", eröffnet. Spezielle Gitterzäune waren aufgebaut worden, um zu verhindern, dass es zu einer chaotischen Einkaufsschlacht kam wie zur Eröffnung des weltgrößten Media-Marktes im September 2007. Damals hatte es zum Start im Berliner Einkaufszentrum Alexa im Gedränge in und um den Elektronikmarkt 15 Verletzte gegeben.

Um 21.30 Uhr standen bereits die ersten rund 30 Menschen vor dem Shoppingcenter Schlange, bis 0 Uhr waren mehr als 2000 Menschen - überwiegend junge Männer - vor dem Gebäude. "Die Eröffnungsplanung kommt der einer Großveranstaltung gleich", hatte es vorab von der Polizei geheißen. Vorsichtshalber standen auf dem Alex Notarztwagen, Deutsches Rotes Kreuz und Polizei-Einsatzkräfte zur Verfügung. Mehrere hundert private Sicherheitsleute in orangefarbenen Westen und knapp 30 Polizisten waren im Einsatz.

Zur Unterhaltung der Menschenmenge war der Berliner Radiosender 104.6 RTL angerückt, dessen Moderatorin auch Einkaufsratschläge gab und etwa genau schilderte, wo denn im neuen Saturn die begehrte Spielkonsole X-Box zu finden sei.

Rund 20 Minuten vor dem Einlass öffneten Mitarbeiter des Shoppingcenters die Haupteingangstür, die kurz zuvor noch einmal in aller Ruhe geputzt worden war. Die Wartenden blieben relativ gelassen, einige warfen Papier in die Luft, aber alle Absperrungen blieben stehen. Einige Polizisten rückten Richtung Eingang vor, um Präsenz zu zeigen.

Kurz vor 0 Uhr ließen die Ordner die ersten hundert Menschen bis zu den Rolltreppen vor, die gleich hinter der Eingangstür in den ersten Stock des Gebäudes führen. Als dann um 0 Uhr der Einkauf beginnen konnte, kam es doch ein wenig zu Gedränge, jeder wollte der erste sein, einige Menschen schwangen sich über die Absperrgitter. Die Ordner konnten da nur zusehen. Doch insgesamt lief der Einlass verhältnismäßig geordnet ab, auch wenn die Rockmusik, die vor dem Eingang erklang, nicht gerade beruhigend wirkte. In kleinen Gruppen wurden die Kunden eingelassen. Drängler wurden von Sicherheitsbeamten aus der Schlange genommen.

Saturn lockte wie einst der Media Markt mit besonderen Schnäppchen - wie auch viele der anderen Läden, nur ziehen Elektronikgeräte immer die meisten Kunden an. Mit Beilagen in Berliner Zeitungen hatte Saturn für Produkte zu deutlichen Schnäppchenpreisen geworben. So kostete eine Spielkonsole Playstation 3 statt des durchschnittlichen Händlerpreises von 400 Euro nur 333 Euro inklusive einem Spiel. Ein weiteres Superschnäppchen war eine Spiegelreflexkamera für 279 Euro statt 550 Euro.

Kaum waren sie im Gebäude, stürzten die meisten Menschen dann auch - offenbar mit klarem Ziel - im Eiltempo die Treppen im neuen Center hoch, nur wenig gebremst durch das Sicherheitspersonal. Es dauerte nur knapp sieben Minuten, da kamen die ersten auch schon wieder heraus - bepackt mit Eletronikartikeln. Am begehrtesten war die XBox, aber auch Receiver und Blue Ray Discs fanden sehr guten Absatz. Haben Läden wie dieser sonst auch nur ein besonderes Schnäppchen zu bieten, kommt es immer wieder zu Rangeleien um die Artikel - nicht aber in dieser Nacht. Die Kunden eilten in den Laden, griffen sich das, was sie suchten und eilten wieder hinaus. Viele mussten mit ihren Einkäufen bepackt anschließend mit Bus und Bahn an den Berliner Stadtrand fahren.

24 Stunden lang können die Berliner und Gäste nun am Alex durchshoppen. Zehn Geschäfte, neben dem Eletronikmarkt vor allem Modeläden, sind im neuen Einkaufszentrum zu finden. Erst um Mitternacht am 26. März werden sie alle wieder schließen, um dann wenige Stunden später zu den regulären Öffnungszeiten überzugehen.

Videos: Steffen Pletl